Goldrausch am sechsten wettkampftag: italiens paralympics-helden jagen drei titel
Die Alpen versinken im Medaillenfieber. Um 9 Uhr früh geht’s los mit dem Riesenslalom der sehbehinderten Damen – und mit Chiara Mazzel auf der Startliste, die in Beijing schon drei Mal auf dem Podest stand. Jetzt will die 24-Jährige aus Sterzing die Krönung. Ihr Guide Fabrizio Casal pfeift die Linien, sie liefert die Kante. Zweimal fahren, zweimal gewinnen – so lautet das Ziel.
Die uhr tickt für das azzurri-curling
Parallel dazu schiebt sich Martina Vozza mit Guide Ylenia Sabidussi in die Startbox. Keine Italienerin war je so schnell auf der Paralympic-Giant. Doch die Konkurrenz schläft nicht: die US-Girls um Laurie Stephens und die Slowakin Petra Smarzova haben sich auf Speed eingestellt. Die erste Laufzeit wird vorentscheiden – 12.30 Uhr ist Durchgang zwei fällig.
Während die Skistalker die Kurven ziehen, rollt im Curling-Tempel die Granit-Drohne. Um 13.35 Uhr tritt Italien gegen Lettland an – ein Match, das in den Tabellenkeller entscheidet. Das Mixed-Team um Stefania Constantini und Amos Mosaner muss gewinnen, will es morgen noch um die Halbfinals mitreden. Dann direkt das Doppelpack: 18.35 Uhr gegen Südkorea, das bereits qualifiziert ist. Für die Azzurri wird es zur Schicksalsstunde.
Eisig wird’s ab 19.05 Uhr in der National Indoor Stadium. Die sGli Azzurri del Para Ice Hockey treffen auf Japan – ein kleines Finale vor dem Finale. Die Italiener um Kapitän Florian Planker haben die Quarterfinal-Quali sicher, doch ein Sieg würde den Traum von der Medaille lebendig halten. Die Japaner haben nichts zu verlieren, schlagen aber umso härter.
Dreimal Gold, zweimal Hoffnung – das ist die Bilanz des sechsten Tages. Die Medaillen sind verteilt, die Tränen noch nicht. Und während die Sonne über den Yanqing-Bergen versinkt, zählt nur noch eine Frage: Wer schreibt sich heute in die Ewigkeit?
