Gold-crew reist nach florida – und knallt alle weg
Ocala ist kein Zufluchtsort mehr für die Konkurrenz. Die deutsche Springreit-Equipe hat im sonnigen Florida die League-of-Nations-Serie mit einem Schlag komplett auf den Kopf gestellt – und das nur 140 Tage vor der WM in Aachen.
Kukuk und checker spielen im parcours wie im sandkasten
Christian Kukuk, noch frisch gebackener Olympiasieger, ritt zweimal durchs Oval – und kam ohne ein einziges Fehlerpünktchen zurück. „Ich hatte dieses dämliche Grinsen, das einfach nicht mehr weg wollte“, sagt er hinterm Stall, während sein Checker gerade seine Hufe sinken lässt, als hätte er nur einen Spaziergang gemacht. Der Wallach wirft keine einzige Bremse an, springt aus dem Galopp heraus, als wäre Luft sein natürliches Element. Neben ihm: André Thieme, der mit Chakaria den Großen Preis selbst gewinnt und damit Kukuk in der Einzelwertung noch schlägt. Ein deutscher Doppelschlag, der in Florida selten ist.
Rene Dittmer und Richard Vogel komplettieren das Quartett. Sie liefern sich mit Corsica undCloudio einen stillen Wettkampf, wer die kürzeste Linie findet. Am Ende steht eine Mannschaftsleistung, die Bundestrainer Otto Becker fast sprachlos zurücklässt: „Stolz ist ein zu kleines Wort.“

Die tabelle lügt nicht – und die gegner schon gar nicht
Deutschland führt die Gesamtwertung nach zwei von fünf Stationen mit 190 Punkten. Frankreich, sonst gern lautstark vorne, bleibt bei 155 hängen. Irland kratzt mit 150 gerade mal die Stiefelspitzen ab. Die Botschaft ist klar: Wer in Aachen Gold will, muss erst an den Deutschen vorbeireiten – und das wird teurer als ein Florida-Grundstück.
Die Serie rollt weiter nach Rotterdam am 19. Juni, bevor es am 1. Oktober in Barcelona zur finalen Abrechnung kommt. Für Kukuk ist Florida nur ein Probedurchlauf: „Wenn Checker so weitermacht, brauche ich im August keinen Zahnarzt, sondern nur noch einen zweiten Bogen für die Medaillen.“
