Glasboden-debatte: handball-stars spalten sich – ist das die zukunft?
Kölns Lanxess Arena erlebte am Wochenende ein ungewöhnliches Spektakel: Handball auf Glas. Während der DHB-Pokal Final Four auf einer mobilen LED-Fläche ausgetragen wurde, sorgte der ungewohnte Untergrund für hitzige Diskussionen und geteilte Meinungen unter den Spielern. War es eine innovative Bereicherung oder eine Ablenkung? Die Meinungen gehen auseinander.

Ein warmer empfang – oder doch nicht?
Nils Lichtlein von den Füchsen Berlin beschrieb seine ersten Erfahrungen mit dem Glasboden als „ungewohnt“ und „ein bisschen komisch“ in den Richtungswechseln. Besonders auffällig sei die Wärme des Bodens gewesen, ein Rätsel, das er dem Veranstalter überlassen wollte. Fynn Hangstein vom Bergischen HC bestätigte diese Wahrnehmung, betonte aber, dass der Untergrund ihm insgesamt gefallen habe und ein tolles Spielerlebnis für die Zuschauer bot.
Die Meinungen der Weltstars sind gespalten: Mathias Gidsel, dänischer Handballer und frischgebackener Welt- und Europameister, zeigte sich begeistert. „Ich finde, das war super. Natürlich war der erste Dreher etwas ungewöhnlich, aber man hat guten Grip unter den Schuhen“, so Gidsel. Er schätzte die Attraktivität des Glasbodens für die Fans und sprach von einem „schönen Erlebnis“ trotz der Umstellung.
Die Handball-Bundesliga hatte die Glasfläche eigens für das Pokal-Wochenende installieren lassen, ein logistischer Kraftakt, der nach Angaben der Liga mehrere LKW-Ladungen erforderte. Die Füchse Berlin stehen nun im Finale und treffen am Sonntag auf den Bergischen HC – diesmal hoffentlich auf einem konventionelleren Untergrund.
Die Entscheidung von Handball Wiegert, nach dem Pokal-K.O. zurückzutreten, fügt dieser ungewöhnlichen Final Four-Ausgabe eine weitere, bittersüße Note hinzu. Seine Worte – „Das zerbricht mir das Herz“ – unterstreichen den emotionalen Druck, der im Profisport herrscht, und lassen die Frage offen, ob der innovative Glasboden tatsächlich die gewünschte Aufmerksamkeit für den Handball generieren konnte.
