Giro-e 2025: calabrien startet die härteste e-bike-saga mit 2700 höhenmetern in 66 km

Am 12. Mai braust Kalabrien nicht nur das Rosa auf – 2000 E-Biker jagen mit Motorhilfe 1091 Kilometer, 20.000 Höhenmetern und einem Alptraum namens Agordo-Alleghe direkt ins Pedal. Die Achte Auflage des Giro-E ist keine Spaßrunde mehr, sondern ein Hochgebirgsgau für Akkus und Oberschenkel.

Die strecke frisst batterien und knie

Die 18. Etappen wirken auf dem Papier harmlos. Doch die Zahlen lügen. In der ersten und dritten Woche klettert das Feld jeweils über 7000 Höhenmeter. Die sechzehnte Etappe von Agordo nach Alleghe stopft 2700 Höhenmeter in 66 Kilometer – das ist mehr VAM als manche Profis am Giro d’Italia je gesehen haben. Cosenza, Potenza, Neapel, Mailand und Rom dienen als Zielorte, doch vorher warten Roccaraso-Blockhaus und Corno alle Scale. Die kürzeste Prüfung misst 29,6 Kilometer (Forte dei Marmi–Massa), reicht aber trotzdem, weil die Asphalt-Temperatur im Mai schnell über 40 °C klettert.

Neu in diesem Jahr: Keine Massenankunft mehr. Die Teams rollen einzeln durchs Ziel – Show statt Sprint. Zwei Joker erlauben es, prominenten Zusatzfahrern kurzfristig ins Rennen zu schleusen. Nach jedem Ziel gibt’s ein Doppelinterview: ein Captain und ein Gast müssen Rede und Antwort stehen, Moderatoren des Giro d’Italia führen durchs Mikrofon.

Bugno und chiappucci steuern wieder – ohne zu attackieren

Bugno und chiappucci steuern wieder – ohne zu attackieren

Die Helden von einst satteln auf, aber sie dürfen nicht mehr angreifen. Gianni Bugno und Claudio Chiappucci fungieren als Captains, betreuen ihre Trupps, erinnern sich an 1990, als der Giro noch ohne E-Motoren auskam. Auch Damiano Cunego und TV-Moderatorin Justine Mattera lenken Gruppen. Die Nostalgie ist Programm, die Beine der Teilnehmer aber brandneu: 25 % der Starter sind Ersttäter, bestätigt RCS-Sportchef Paolo Bellino.

Die Infrastruktur wächst mit dem Andrang. 2019 starteten zehn Teams, heute sind es 18. Enel stemmt Ladesäulen an jeder Etappe, das Green Fun Village eröffnet am 9. Mai in Catanzaro Lido und wandert mit. „Die Kommunen buhlen um uns wie früher um Zirkusse“, sagt Giro-E-Direktor Roberto Salvador. Die Städte liefern Programm, Sponsoren liefern Strom – und die Teilnehmer liefern sich ein Wettrüsten, wer länger im Eco-Modus durchhält.

Für die Profis ist der Giro-E ein Marketing-Nebenschauplatz. Für die Hobbyfahrer ist er Urlaub, Selbstfolter und Sozialmedia-Futter in einem. Die Rechnung ist einfach: Wer 66 Kilometer mit 2700 Höhenmetern schafft, darf sich selbst als Giro-Finisher feiern – und braucht danach keine Entschuldigung mehr fürs zweite Gelato.