Giro d'italia: stork verpasst rosa trikot – dramatischer schlussabschnitt!

Cosenza – Florian Stork vom Team Tudor hatte das Rosa Trikot des Gesamtklasseführers auf der vierten Etappe des Giro d'Italia in greifbarer Nähe, doch am Ende ging die Chance im Kampf gegen stärkere Konkurrenten verloren. Der Traum vom Maglia Rosa zerplatzt – zumindest vorerst.

Ein tag voller höhen und tiefen für das tudor-team

Ein tag voller höhen und tiefen für das tudor-team

Nach seinem zweiten Platz in Veliko Tarnovo lag Stork nur vier Sekunden hinter Guillermo Thomas Silva. Der Plan war klar: Angreifen und das Rosa Trikot in Cosenza erobern. Doch der Tag hatte es in sich. Bereits am Cozzo Tunno, dem einzigen, aber anspruchsvollen Anstieg des Tages, geriet Silva unter Druck und fiel zurück. Für kurze Zeit lag Stork virtuell in der Gesamtwertung vorne, doch der Weg zum Sieg war noch lang und steinig.

Der Red Bull Kilometer, mit der Vergabe von Bonussekunden, wurde zu einem entscheidenden Moment. „Es war ein hohes Tempo, das hatte ich so nicht erwartet“, gab Stork im Interview mit Eurosport zu. Er hatte mit einer größeren Gruppe und schnelleren Fahrern gerechnet, die ihm bei der Jagd nach den Sekunden hätten helfen können. Doch so kam es nicht, und Stork konnte keine Bonussekunden einfahren.

Im Finale entwickelte sich ein chaotisches Rennen. „Im Finale war es ein ziemliches Casino“, beschrieb der 29-Jährige die Situation. Die Attacke von Jan Christen vom UAE-Emirates-Team kam unerwartet und riss Stork und viele andere Fahrer mit sich. Im Zielsprint hatte er dann schlichtweg nicht mehr die Kraft, mitzuhalten. Christen setzte sich durch und sicherte seinem Team den Etappensieg.

Experte Rolf Aldag vom Velo Club analysierte: „Eigentlich will man sich an dieser Stelle positionieren, aber da man ihm hinterher muss, hat man diesem Moment schnell verpasst.“ Der lange Anstieg hatte an den Kräften vieler Fahrer genagt, darunter auch an Stork. Die Kletterexperten wie Giulia Ciccone zeigten ihre Stärke und ließen sich nicht mehr abschütteln.

Die Enttäuschung bei Stork ist groß, aber die Hoffnung ist noch nicht gänzlich geschwunden. Er liegt weiterhin nur vier Sekunden hinter dem Gesamtführenden und hat am Dienstag die Chance, sich zurückzumelden. Die fünfte Etappe nach Potenza verspricht neue Möglichkeiten für den Allrounder.

„Die Etappe nach dem Ruhetag ist etwas besonderes“, so Eurosport-Experte Robert Bengsch. „Das kann auch manchmal während einer Etappe passieren, dass die Beine ‘aufgehen’.“

Tudor muss sich nun neu sammeln und auf die kommenden Etappen konzentrieren. Die italienische Radsport-Szene blickt gespannt auf den weiteren Verlauf des Giro d'Italia.