Giro d'italia: milesi fährt mit kühlweste ins top 10 – team-fehler verhindert schnelleres resultat

Ein kurioser Moment im Giro d'Italia: Lorenzo Milesi, italienischer Hoffnungsträger, fuhr das Einzelzeitfahren mit einer Kühlweste – und landete trotzdem auf dem neunten Platz. Ein vermeidbarer Fauxpas, der die Diskussion über die Professionalität im Profisport neu entfacht.

Die vergessene weste: ein fehler in der übergabe

Die vergessene weste: ein fehler in der übergabe

Die Szene ging um die Welt: Milesi, sichtlich unbeeindruckt, absolvierte die 42 Kilometer lange Einzelzeitprobe mit der Kühlweste. Eurosport-Experte Jens Voigt ließ keine Zweifel: „Ein Kardinalfehler des Teams. So etwas darf nicht passieren.“ Tatsächlich scheint eine fehlerhafte Übergabe im Ablauf verantwortlich zu sein. Während der Warm-Up-Phase trug Milesi die Weste noch, doch am Start erfolgte offenbar die entscheidende Nachlässigkeit. Rolf Aldag, ebenfalls Experte bei Velo Club, erklärte: „Es war ein Fehler in der Übergabe. Im Warm-Up ist das noch richtig, aber am Start hätte ihm die Weste abgenommen werden müssen.“

Milesi selbst nahm die Situation mit Humor: „Ich habe es direkt bemerkt, als ich losgefahren bin. Aber da war es schon zu spät. Ich habe mir nur gesagt: Okay, ich fahre einfach nach meinem Plan und dann mal sehen, wie es läuft.“ Und tatsächlich lief es erstaunlich gut. Mit einem Rückstand von 2:40 Minuten auf den Sieger Filippo Ganna und lediglich 46 Sekunden auf Thymen Arensman, der Zweitplatzierte, zeigte Milesi eine beeindruckende Leistung.

Die Psychologie des Moments. Doch der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die mentale Belastung, der Athleten in solchen Situationen ausgesetzt sind. Voigt betonte: „Du bist unglaublich hippelig vor dem Zeitfahren – auch wenn du nicht der Top-Favorit bist, bist du trotzdem aufgeregt. Da kannst du gar nicht mehr klar denken.“

Das Team muss sich diese Panne vorwerfen lassen. Es ist schwer vorstellbar, dass ein Profiteam einen solch elementaren Fehler begeht. Die Mechaniker sind doch routiniert genug, um den Reifen abzuwischen und gleichzeitig auf solche Details zu achten. Das Fehlen der Kühlweste hätte jedem sofort auffallen müssen.

Milesi selbst schloss den Tag mit einem Augenzwinkern ab: „Jetzt ist die Weste nicht mehr kalt.“ Doch er fügte hinzu: „Sicher hätte ich ohne die Weste besser sein können. Das ist wieder etwas zum Lernen.“ Ein Teachable Moment für das gesamte Team, der zeigt, dass auch im Profisport kleinste Nachlässigkeiten große Auswirkungen haben können. Die Geschichte von Milesi erinnert an ähnliche Pannen in der Vergangenheit, wie den Vorfall mit Geraint Thomas bei der Tour de France 2022 oder Chris Froomes Wattepads in den Nasenlöchern 2012 – Beweise dafür, dass selbst die größten Stars nicht vor kleinen Vergesslichkeiten gefeit sind.