Gimenez steigt wieder ein: mexiko-stürmer jagt milan-debüt gegen lazio
Endlich wieder dabei. Santiago Gimenez lief gestern erstmals seit 135 Tagen mit der Mannschaft auf, spürte den Rasen unter den Stollen und das Klatschen der Teamkollegen auf seinem Rücken. Das 19. Dezember liegt zurück – Tag der Operation in Amsterdam. Seitdem war der Mexikaner ein Gespenst in Mailand, nur auf Social-Media-Posts zu sehen, einmal mit Krücke, dann mit Bandage.
Der 28. Oktober, das 1:1 in Bergamo, war sein letztes Pflichtspiel. Seitdem steht Milan in der Liga ohne ihn da – und mit mageren vier Toren von Leao, drei von Nkunku, eins von Pulisic und Fullkrug. Die Zahlen sind peinlich für eine Angriffsriege, die 70 Millionen Euro Transferkosten verschluckt hat. Gimenez allein schoss im letzten Feyenoord-Jahr 23 Treffer. Die Erwartungshaltung war klar: Liefern, sofort.

Allegri wartet auf den knockout-moment
Massimiliano Allegri wird ihn in Rom vorerst nur mitfahren lassen, ein Joker-Feuerzeug für die letzten zehn Minuten. Die Frage ist, ob Gimenez nach 70 Tagen Reha überhaupt 15 Tempo-Sprints verkraftet. Die Antwort liefert das Spiellog der Lazio-Partie: Wenn das Spiel kippt, braucht Milan einen, der aus zehn Metern trifft, ohne nachzudenken.
Hinter den Kulissen arbeitet der Stürmer an einer zweiten Mission: der WM 2026. Mexiko-Coach Jaime Lozano will ihn im März sehen, will wissen, ob sich das Risiko lohnt. Ein Kurz-Einsatz gegen Lazio oder Turin reicht, um den Pass zu sichern. Gimenez weiß: Wenn er jetzt versagt, verliert er nicht nur den Klub, sondern auch die Nationalmannschaft.
Die erste Einheit endete mit einem Lächeln und einem Hinterhalt-Pass, der Theo Hernandez an den Schienbeinschutz peitschte. Die Kabine jubelte, weil sie endlich wieder einen Nine vor der Kette hat, der nicht erst dribbeln muss, sondern einfach nur einschiebt. Für Milan ist das mehr als ein Comeback – es ist die letzte Patrone im Laufwerk.
