Giannikis jagt den dritten heimsieg: fcs gegen regensburg mit offenem visier
Der Ludwigspark brodelt wieder. Nach zwei Heimsiegen ohne Gegentor will Argirios Giannikis am Samstag den dritten Dreier in Folge – und den 1. FC Saarbrücken endgültig aus dem Todeskampf katapultieren. Gegner: der labile SSV Jahn Regensburg, selbst erst ohne Coach, jetzt ohne Plan.
Giannikis hat die angst aus der hafenstraße verbannt
Seit der 45-Jährige das Zepter übernahm, liest sich die Heim-Bilanz wie ein Fußball-Märchen: zwei Spiele, zwei Siege, vier Tore, null Gegentor. Der Vorsprung auf die rote Zone wuchs von einem auf acht Punkte. Die Mannschaft, die vor Wochen noch wankte, prescht nun in jedes Zweikampfduell, als gäbe es morgen kein Morgen. Tim Civeja fehrt gelbgesperrt, Patrick Sontheimer lahmt. Doch Giannikis schert sich nicht um Personalnot: „Wir spielen unser Spiel, nicht ihr Rennen.“
Die Wahrheit liegt im Tempo. Unter Giannikis zirkuliert der Ball zwei Takte schneller, die Staffelung rutscht nach vorn, die Außenverteidiger gleichen Flügelstürmern. Die erste Niederlage in Duisburg schmerzte nur kurz; sie bestätigte, dass selbst ein Rückstand nicht mehr reicht, um den FCS zu knebeln. Drei Tage später folgte die Pokal-Pflichtübung in Quierschied. Luft holen? Fehlanzeige. „Die Jungs saugen Energie aus jedem Applaus“, sagt Giannikis.

Regensburg taumelt – und liefert die perfekte vorlage
Michael Wimmer löste seinen Vertrag auf, stieg in Kiel ein, liebt seinen neuen Boss Tim Walter mehr als die Oberpfalz. Assistent Munier Raychouni rettet nun das brennende Schiff. Die Jahn-Profis erfuhren via WhatsApp vom Wechsel. Seitdem wirkt das Training wie eine improvisierte Theaterprobe: viel Geschrei, wenig Text. Die Statistik lügt nicht: nur drei Zähler Vorsprung auf Saarbrücken, dazu die Auswärts-Schwäche – seit Februar kein Sieg fern der Donau.
Die Szenerie passt. Der Ludwigspark erwartet 15.000 Zuschauer, die Kurve droht zu kochen. Raychouni warnt vor „hoher Intensität“, doch wer soll sie liefern? Top-Stürmer Prince Owusu laboriert an der Hüfte, Mittelfeld-Rotte Besong fasst sich nach jedem Sprint an die Oberschenkel. Die Regensburger Defensive kassierte in den letzten vier Partien sieben Gegentore – eine Einladung für Saarbrückens Angriff um Terrence Boyd und Marcel Gaus.
16. März, 17:00 Uhr: Entweder springt der FCS auf Tabellenplatz 13 und schickt Regensburg Richtung Oberliga-Nervosität, oder die Serie bröckelt. Giannikis will sich nicht auf eine Remis-Kalkulation einlassen: „Wir spielen zu Hause, wir spielen auf Sieg.“ Seine Spieler bissen sich in Duisburg in die Ohnmacht, sie werden heute in die Zukunft beißen. Drei Punkte würden die Abstiegsrechnung für Wochen zerstören – und den Ludwigspark endgültig zum Lebensversicherer machen.
