Ggl prüft adi predictstreet: illegales wetten bei der wm?

Ein Schatten liegt über der Fußball-Weltmeisterschaft: Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) hat Ermittlungen gegen den FIFA-Sponsor ADI Predictstreet aufgenommen. Die Frage, die nun im Raum steht: Handelt es sich um unerlaubtes Glücksspiel und unzulässige Werbung während der Übertragungen?

Der wettanbieter im fokus der behörde

Laut Informationen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) wird geprüft, ob ADI Predictstreet „um unerlaubtes öffentliches Glücksspiel“ betreibt und ob die gezeigte Werbung bei den WM-Spielen in Deutschland gegen geltendes Recht verstößt. Ein brisanter Punkt ist, dass das Unternehmen in Deutschland keiner Glücksspiellizenz besitzt – eine Voraussetzung, um legal werben zu dürfen. Nur Anbieter, die auf der sogenannten „Whitelist“ geführt werden, dürfen dies.

ADI Predictstreet ist prominent präsent: Bandenwerbung in den Stadien, Sponsorenwände bei Interviews und Pressekonferenzen. Die auffällige Präsenz des Unternehmens, das zur Herrscherfamilie von Abu Dhabi gehört und einen Prognosemarkt anbietet, wirft Fragen auf – insbesondere angesichts der Berichte des norwegischen Investigativportals Josimar, das von einem Sponsoring in Höhe von 150 Millionen US-Dollar berichtete, angeblich bevor das Unternehmen überhaupt ein funktionierendes Produkt hatte.

Zdf weist verantwortung zurück

Zdf weist verantwortung zurück

Die FIFA äußerte sich trotz mehrfacher Nachfrage bislang nicht zu der Causa. Der ZDF-Sprecher Thomas Hagedorn betonte, dass die Bilder vom Host-Broadcaster geliefert würden. „Der Sender sowie die ARD haben auf die Bandenwerbung in den WM-Stadien, die Teil der realen Umwelt ist, keinen Einfluss“, so Hagedorn. Die Argumentation verweist auf den Medienstaatsvertrag, der die Darstellung solcher Werbung grundsätzlich erlaubt. Aber: Die Frage nach der ethischen Vertretbarkeit einer solchen Partnerschaft bleibt bestehen.

Der Sprecher von ADI Predictstreet hingegen wies Vorwürfe zurück und erklärte dem RND, dass das Unternehmen keine Marketing- oder Werbeaktivitäten durchführe, die auf Deutschland ausgerichtet seien. Ein dünnes Argument, wenn man bedenkt, wie offensichtlich die Werbung für deutsche Zuschauer ist.

Die GGL muss nun klären, ob die Präsenz von ADI Predictstreet tatsächlich im Einklang mit den Glücksspielgesetzen steht. Die Ermittlungen dürften die Diskussion über die Rolle von Sponsoren und die Grenzen der Werbung bei Sportveranstaltungen weiter anheizen. Denn eines ist klar: Die FIFA hat mit dieser Partnerschaft ein Risiko eingegangen – ein Risiko, das nun die Glaubwürdigkeit des Weltfußballs gefährden könnte.