Gewalt und liebe im wiener derby: eine toxische beziehung
Gewalt und liebe im wiener derby: eine toxische beziehung
Das 348. Wiener Derby zwischen Austria Wien und Rapid Wien war erneut Schauplatz von Ausschreitungen, die einmal mehr die Frage aufwerfen: Wer trägt die Verantwortung? Horst Hötsch, Reporter von kicker Österreich, zieht in seinem Kommentar eine schonungslose Bilanz und spricht von einer tief verwurzelten Problematik.
Die dunkle seite der „liebe“
Hötsch beschreibt die Beziehung zwischen den Ultra-Fans und ihrem Verein in einer beunruhigenden Analogie. Der „Ultra-Ferdl“, wie er den typischen Fan karikiert, gesteht seiner „Liebe“ – dem Verein – zwar öffentliche Liebesbekundungen, doch diese gehen Hand in Hand mit Gewalt, Drohungen und Hass. Diese scheinbare Zuneigung ist trügerisch und dient lediglich dazu, die eigene Macht zu demonstrieren.

Spenden als fassade?
Die jährlichen Spendenaktionen der Ultra-Gruppen werden kritisch hinterfragt. Sind diese ein Ausdruck von Herzlichkeit oder vielmehr eine zynische Inszenierung, um von den negativen Schlagzeilen abzulenken? Die Einbindung von Codes wie „1312“ (Anti-Polizei-Botschaft) und „88“ (Anspielung auf eine rechtsextreme Symbolik) in die Spendensumme wirft einen dunklen Schatten auf diese vermeintlichen Wohltaten.

Ein kreislauf der gewalt
Der Kommentar zeichnet das Bild einer toxischen Beziehung zwischen dem Verein und seinen radikalen Fans. Der Verein toleriert das Verhalten der Ultras, solange es ihnen dient, ihre Ziele zu erreichen. Bei Widerstand drohen Konsequenzen, wie im Beispiel der „Mitzi aus dem G'schupften Ferdl“ angedeutet. Dieser Kreislauf der Gewaltscheint sich immer wieder zu wiederholen.

Rapid am tiefpunkt, austria stabil
Sportlich befindet sich Rapid Wien in einer schwierigen Situation, während Austria Wien stabiler agiert. Hötsch sieht hier einen Zusammenhang mit dem Verhalten der Fans. Die Niederlage im Derby ist nur ein weiterer Tiefpunkt für Rapid, der die Notwendigkeit einer grundlegenden Veränderung unterstreicht. Die Analyse des Spiels zeigt deutlich die Schwächen der Rapid-Mannschaft.

Die frage der verantwortung
Hötsch kommt zu dem Schluss, dass die Situation nur dann verbessert werden kann, wenn die Verantwortlichen in Hütteldorf erkennen, dass sie das Problem nicht lösen können, solange der „Ultra-Ferdl“ nicht bereit ist, sich selbst zu ändern. Die Aussage „You can't fix him. He has to want to fix himself.“ verdeutlicht die Aussichtslosigkeit der Situation. Die Liebe kann hier nicht die Ursache für das Verhalten sein.

Mehr zum wiener derby
- Ergebnis: Austria Wien 2 : 0 Rapid Wien
- Analyse: Die Debatte um die Ausschreitungen wird weitergehen.
- Spielplan & Ergebnisse: Aktuelle Informationen zur Bundesliga Österreich finden Sie hier.
