Getafe: die statistik-maschine schlägt real sociedad – und träumt von europa!
José Bordalás hat in Getafe etwas geschaffen, das in der spanischen Liga seinesgleichen sucht. Der Sieg gegen die Real Sociedad am Mittwoch, ein müder 1:0-Erfolg, war nicht nur ein weiterer Schritt zur Sicherung der Liga-Zugehörigkeit, sondern auch ein Beweis für die einzigartige Philosophie des Teams. Ein Sieg ohne einzigen Torschuss? Das ist kein Wunder, sondern die Regel in Getafe.
Die kunst der effizienz: weniger ist mehr
Während andere Teams auf Ballbesitz und spektakuläre Angriffe setzen, hat Bordalás ein System entwickelt, das auf Effizienz und Defensivstärke basiert. Getafe ist das Team mit den wenigsten Torschüssen und Torschüssen aufs Tor in der Liga – und trotzdem stehen 28 Punkte auf dem Konto. Die Bilanz zwischen erwarteten Toren (xG) und erzielten Toren ist schlichtweg beeindruckend: Ein positiver Unterschied von +3 Toren, der sie auf den sechsten Platz der Liga katapultiert hat. Das ist nicht Glück, sondern das Ergebnis einer disziplinierten Taktik und einer unglaublichen Chancenverwertung.
Die Winter-Neuzugänge Satriano und Vázquez haben hier ihren Beitrag geleistet. Satriano schoss in nur wenigen Spielen vier Tore, Vázquez drei weitere. Sie sind wichtige Ergänzungen zu einem Team, das sich auf das Unerwartete verlässt. Die Spielweise ist direkt, wenig Ballbesitz (nur 39,3 % im Durchschnitt), und die wenigen Pässe werden gezielt eingesetzt. Es geht darum, schnell in die Spitze zu kommen und den Ball dort fallen zu lassen.

Ein bollwerk in der defensive
Die Stärke von Getafe liegt jedoch nicht nur im Angriff, sondern vor allem in der Defensive. Die Einführung einer Fünferkette hat dem Team eine zusätzliche Sicherheit verliehen. Mit nur 32 Gegentoren ist Getafe das drittbeste Team der Liga in dieser Disziplin, und die Statistik zeigt, dass sie sogar 5,72 Tore weniger kassiert haben, als es die erwarteten Gegentore (37,72) vermuten lassen. Ein Großteil dieser Stabilität ist David Soria zu verdanken, der mit zehn sauberen Platten der drittbeste Torwart der Liga ist und bereits neun Tore durch seine Paraden verhinderte.
Bordalás hat ein Team geformt, das sich auf seine Stärken konzentriert und seine Schwächen kaschiert. Es ist ein Team, das nicht immer spielerisch überzeugt, aber immer kämpft und sich weigert, aufzugeben. Die kommenden Spiele gegen Rayo Vallecano, Oviedo, Mallorca und Elche bieten die Chance, den Traum von Europa zu verwirklichen.
Die Zahlen lügen nicht: Getafe sollte laut Understat nur 34,94 Punkte auf dem Konto haben, aber sie stehen bei 38. Das ist der zweitgrößte Unterschied zwischen erwarteten und realen Punkten in der Liga, nur übertroffen vom FC Barcelona. Ein Beweis dafür, dass in der Welt des Fußballs manchmal auch die Statistik verrät – und dass José Bordalás und sein Getafe etwas Besonderes auf die Beine gestellt haben.
