Sonnenbaden: modetrend oder gesundheitsgebot?
Die Debatte um das Sonnenbaden flammt neu auf – angeheizt durch Atlético-Madrids Star Marcos Llorente, der sich offen gegen Sonnenschutzmittel ausgesprochen hat. Doch ein neuer Diskurs von Vitamin-D-Experte José Luis Neyro wirft ein anderes Licht auf die vermeintlichen Vorteile und Risiken des direkten Sonnenlichts.

Die wissenschaftliche sichtweise: mehr als nur vitamin d
Llorente, der seine Vorliebe für das Sonnenbaden, insbesondere am frühen Morgen, öffentlich verteidigt, scheint von den Aussagen Neyros widergespiegelt zu werden. Dieser erklärt im Podcast ‘Worldcast’ von Pedro Buerbaum, dass die UV-Strahlung nicht nur für die Vitamin-D-Produktion wichtig ist, sondern auch positive Auswirkungen auf die Sehkraft haben kann. „Die Aktivität im Freien ist immer gut. Das ist unbestreitbar“, betont Neyro.
Er vergleicht den Umgang mit Sonnenschutz mit dem Schutz der Augen bei einer Sonnenfinsternis: „Man würde doch nicht ohne spezielle Schutzbrille in die Sonne schauen!“, argumentiert er. Diese Analogie verdeutlicht, dass ein verantwortungsvoller Umgang mit der Sonne wichtig ist, aber ein vollständiger Verzicht auf Sonnenlicht keineswegs zwangsläufig gesund ist.
Es geht nicht um ein „Spaß-Sonnenbaden mit Creme“, sondern um die bewusste Nutzung der positiven Effekte des Sonnenlichts. Neyro mahnt jedoch, die Dosierung zu beachten und empfiehlt, den Vitamin-D-Spiegel beim Hausarzt überprüfen zu lassen. „Gehen Sie zum Hausarzt und lassen Sie Ihren 25-Hydroxyvitamin-D-Wert messen“, so sein Rat.
Die Diskussion zeigt, dass es keine einfache Antwort gibt. Während Sonnenschutz unerlässlich ist, um Hautschäden zu vermeiden, scheint ein gewisser Grad an Sonnenexposition für das Wohlbefinden und die Gesundheit notwendig zu sein. Die Balance zu finden, ist entscheidend – und erfordert ein fundiertes Verständnis der komplexen Zusammenhänge.
Die Faszination für das Sonnenbaden wird also weiterhin bestehen, doch die Erkenntnisse von Experten wie José Luis Neyro sollten dazu anregen, bewusster und verantwortungsvoller mit der Sonne umzugehen. Denn das Ziel sollte sein, die positiven Effekte zu nutzen, ohne die Gesundheit aufs Spiel zu setzen.
