Sommerzeit-debakel: spanien will die uhren stillsetzen

Die Uhr tickt gegen die Sommerzeit. Spanien hat die Reißleine gezogen und plant, den jährlichen Wahnsinn von Frühjahr und Herbst zu beenden. Kein Zurück, kein Vor – einfach Stopp. Dahinter steht nicht ein Politik-Trend, sondern ein Berg neue Daten, die das europäische Zeit-Experiment als Gesundheits-Risiko entlarven.

Der circadiane knall am montagmorgen

Der circadiane knall am montagmorgen

Wenn am letzten März-Wochenende die Zeiger um eine Stunde vorgedreht werden, rast nicht nur der Wecker, sondern auch das Herz. Kardiologen vermelden in den darauffolgenden Tagen einen Spitzenwert von bis zu 24 % mehr Myokardinfarkten. Die Arbeitswelt schliddert müde ins Büro, die Unfallzahlen auf spanischen Landstraßen klettern um 13 %. Kinder und Jugendliche versinken in einer Dauerschelle – ihr ohnehin schon später Rhythmus wird brutal nach vorn gezerrt. Das Gehirn schreit nach Licht, bekommt aber Dunkelheit serviert.

Die Chronobiologen sind längst entschlossen: Standardzeit – also die Winter-Uhr – sei die einzig vernünftige Konstante. Sie synchronisiert den Körper mit dem Sonnenlauf, stabilisiert Cortisol und Melatonin und spart obendrein jene Millionen Kilowattstunden, die man heute für Klimatisierung und Netflix-Sessions verpulvert. Das ursprüngliche Energie-Argument der 70er wirkt wie ein Relikt aus der Glühbirnen-Ära.

Madrid will die Entscheidung bis 2026 auf EU-Ebene durchdrücken. Die Debatte ist entbrannt – und sie ist längst nicht nur spanisch. Auch Deutschland diskutiert intern, ob die Zeitumstellung die letzte war. Die Frage ist nicht mehr, ob wir die Uhren umstellen. Die Frage ist: wie schnell wir es lassen.