Noach lang blutet auf dem rasen: horror-verletzung stoppt liverpool-gala
Die 76. Minute im Anfield ist normalerweise laut. Gestern wurde sie still. Unnatürlich still. Noach Lang jagt einen Ball in den Zwinger, rutscht, knallt gegen die Bande – und plötzlich spritzt Blut aus seinem linken Daumen. Der ehemalige Napoli-Flügel hält sich die Hand, doch zwischen den Fingern quillt es nur noch dunkler. Die Kamera schwenkt weg, das Publikum rührt sich nicht.
Okan buruk: „wir müssen sofort operieren“
Trainer Okan Buruk steht wie angewurzelt an der Seitenlinie. „Ich habe die Wunde gesehen, das ist kein Schnitt, das ist ein Schnitt quer durch die Falange“, sagt er nach 0:3. „Er ist auf dem Weg ins Royal, die Ärzte sprechen von einem offenen Bruch und Gefährdung der Sehne. Eine Entscheidung fällt heute Nacht.“ Galatasaray verliert nicht nur das Viertelfinal-Hinspiel, sondern wohl auch seinen besten dribbler für das Rückspiel in Istanbul.
Die Bilder gehen durch die sozialen Netzwerke wie ein Schock. Man sieht Langs Gesicht, blutleer wie das Trikot, dann die Bahre, die ihn durch den Katakomben-Tunnel trägt. Liverpool-Fans skandieren zwar „You’ll never walk alone“, doch der Refrain klingt diesmal wie ein Wink mit dem Zaunpfahl.

Daumenbruch wirft fragen zur banden-sicherheit auf
Die Untersuchung dauert zwei Stunden. Diagnose: Querfraktur der proximalen Phalanx plus Teilabriss der Strecksehne. Fachleuten zufolge mindestens zwölf Wochen Pause, vielleicht mehr. Für einen Offensivspieler, der mit Ballkontakt lebt, ein Albtraum. Der niederländische Verband berät bereits über einen Einsatz von 3D-gedruckten Schienen, um die Beweglichkeit zu erhalten.
Doch es bleibt eine Beigeschmack: Die Bande, gegen die Lang prallte, ist erst vor zwei Wochen erhöht worden – aus Sicherheitsgründen, hieß es. Jetzt steht sie im Verdacht, ein zusätzliches Risiko zu sein. Die UEFA wird laut Insider heute ein Gutachten anfordern, ob die Neukonstruktion den Spielern mehr schadet als nützt.
Galatasaray reist ohne Lang nach Hause. Der Rückstand von drei Toren ist sportlich aufzuholen, die Lücke auf dem Flügel bleibt. Buruk muss umstellen, doch er redet schon wie ein Mann, der die K.o.-Phase für seinen Spieler abgeschrieben hat: „Wir werden mit dem kämpfen, der da ist.“ Die Fans werden singen, doch der Rhythmus droht zu verstummen, sobald der Wind durch das Loch weht, das Langs Daumen hinterlässt.
