Mückenstiche: warum sie besonders oft ins visier geraten
Der Sommer naht, und mit ihm die lästige Plage: Mückenstiche. Wer schon einmal davon betroffen war, weiß, wie juckend und unangenehm sie sein können. Doch warum sind manche Menschen beliebter bei den summenden Insekten als andere? Die Antwort ist überraschend biologisch.
Die genetik schlägt zu: biologie entscheidet über anziehung
Lange Zeit suchten wir nach äußeren Einflüssen, doch die Wissenschaft hat sich nun Klarheit verschafft: Rund 85 Prozent unserer Anfälligkeit für Mückenstiche sind auf biologische Faktoren zurückzuführen. Das bedeutet, dass wir oft wenig Kontrolle darüber haben, ob ein Mückenschwarm uns auswählt. Es ist also kein Zufall, wenn Sie, lieber Freund, nach einem Spaziergang ausssehen wie ein menschliches Insektenhotel.
Ein entscheidender Faktor ist die Kohlendioxid-Atemung. Je mehr CO2 wir ausatmen, desto attraktiver werden wir für Mücken. Große Menschen, übergewichtige Personen und insbesondere schwangere Frauen produzieren mehr dieses Gas, was sie zu wahren Mückenmagneten macht. Aber es kommt nicht nur darauf an, wie viel wir atmen. Auch die Zusammensetzung unserer Haut spielt eine Rolle. Säure und Schweiß, die beim Sport freigesetzt werden, locken Mücken an – wer gerade trainiert, ist also ein leichtes Ziel.
Blutgruppe als Lockstoff: Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Blutgruppe. Studien zeigen, dass Menschen mit Blutgruppe Null das Doppelte so attraktiv für bestimmte Mückenarten sind als Menschen mit den Blutgruppen A oder B. Die Flora auf unserer Haut, die von den dort ansiedelnden Bakterien bestimmt wird, sowie unsere Ernährung – insbesondere der Konsum von Alkohol – können ebenfalls die Anziehungskraft verstärken. Auch die Kleidung, die wir tragen, beeinflusst die Wahrscheinlichkeit eines Stiches: Dunkle oder grell gefärbte Kleidung zieht Mücken eher an.

Was tun gegen den juckreiz?
Auch wer sich sorgfältig schützt, kann einem Stich nicht immer entgehen. Doch keine Panik! Als erste Maßnahme empfiehlt sich die Kühlung des Stichbereichs mit Eis für etwa dreißig Sekunden. Darauf kann eine Salbe aus der Apotheke mit Calamin oder Corticoiden aufgetragen werden, um die Entzündung und den Juckreiz zu lindern. Bei einer besonders starken Reaktion können auch Antihistaminika in Tablettenform sinnvoll sein, um die allergische Reaktion zu reduzieren. Achtung: Kratzen Sie nicht! Denn das Aufbrechen der Hautbarriere erhöht das Risiko einer bakteriellen Infektion erheblich.
Ein bewährtes Hausmittel ist eine Paste aus Natron und Wasser, verfeinert mit einem Hauch von Honig oder Aloe Vera-Gel. Diese Mischung kann die gereizte Haut beruhigen. Es ist, wie es scheint, ein biologischer Kampf, den wir selten vollständig gewinnen können. Aber mit dem richtigen Wissen und ein paar Tricks können wir die Mücken zumindest ein wenig ärgern und den Sommer etwas angenehmer gestalten.
