Ibuprofen-alarm: herzrisiko bei häufiger einnahme?
Wer regelmäßig Ibuprofen gegen Kopfschmerzen oder Muskelkater schluckt, könnte sein Herz unnötig belasten. Ein Kardiologe warnt vor den Risiken des vermeintlichen Allheilmittels und gibt überraschende Empfehlungen.

Die schattenseite des schmerzmittels
Ibuprofen ist aus vielen Haushalten nicht mehr wegzudenken. Doch die vermeintliche Bequemlichkeit birgt Gefahren. Laut Dr. Aurelio Rojas, einem renommierten Kardiologen, kann die häufige Einnahme von Ibuprofen – insbesondere in hohen Dosen und über einen längeren Zeitraum – ernsthafte Herzprobleme auslösen. „Achtung: Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass Schmerzmittel immer harmlos sind“, betont Rojas.
Das Problem liegt in der Wirkungsweise des Medikaments. Ibuprofen gehört zur Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) und blockiert das Enzym COX-2. Dadurch werden Prostacyclin-Substanzen reduziert, die normalerweise eine blutverdünnende Wirkung haben. „Das Resultat ist eine erhöhte Tendenz zur Blutgerinnung und Gefäßverengung – ein Nährboden für Herzinfarkte und Thrombosen“, erklärt der Experte. Besonders für Sportler, deren Blut bereits leicht gerinnt, stellt dies ein zusätzliches Risiko dar.
Doch die Gefahren beschränken sich nicht nur auf das Herz-Kreislauf-System. Auch die Nieren leiden unter der Einnahme von Ibuprofen. „Die Prostaglandine spielen eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Blutflusses in den Nieren. Werden diese gehemmt, kann es zu einer Verringerung der Nierenleistung und langfristig zu Nierenschäden kommen“, warnt Rojas. Die Folge kann eine Flüssigkeitsüberlastung des Körpers sein, die wiederum das Herz zusätzlich belastet.
Es ist wichtig, die Risiken im Kontext zu betrachten. „Die Gefahr besteht hauptsächlich bei hoher Dosierung, längerer Anwendung und bei Personen mit Vorerkrankungen“, so Rojas. Junge, gesunde Menschen, die Ibuprofen nur gelegentlich gegen leichte Schmerzen einnehmen, müssen sich in der Regel keine Sorgen machen.
Zum Glück gibt es Alternativen. „Paracetamol ist eine gute Option für leichte bis mittelschwere Schmerzen. Auch Naproxen in niedriger Dosierung oder spezielle Schmerzmittel, die der Arzt individuell empfiehlt, können eine Lösung sein“, rät Dr. Rojas. Es gilt, den eigenen Körper zu kennen und im Zweifelsfall ärztlichen Rat einzuholen.
Die Zahl der Herzinfarkte steigt in Deutschland stetig an. Eine Studie des Deutschen Herzzentrums zeigt, dass allein im letzten Jahr rund 300.000 Menschen einen Herzinfarkt erlitten. Die vermeidbaren Risiken durch unsachgemäße Medikamenteneinnahme sollten uns alle zum Nachdenken anregen.
