Herzkrankheit und entlassung: gordon herberts schockgeständnis
Gordon Herbert, einst Bundestrainer und kurzzeitig Coach des FC Bayern München, hat in einem seltenen Interview ein erschütterndes Geständnis abgelegt: Seine Entlassung beim Rekordmeister war nicht nur Folge sportlicher Misserfolge, sondern wurde durch eine schwere Erkrankung maßgeblich beeinflusst. Der Kanadier spricht nun erstmals offen über die dunklen Wochen, in denen sein Leben an einem seidenen Faden hing.
Die maske an der seitenlinie: ein erster hinweis
Die Zuschauer im FC Bayern München Camp waren im Herbst letzten Jahres überrascht, als Gordon Herbert plötzlich mit Maske an der Seitenlinie stand. Anfangs hieß es, es handele sich um die Nachwirkungen einer Corona-Infektion – doch die Wahrheit lag tiefer. Herbert litt an einer Myokarditis, einer Entzündung des Herzmuskels, und einem Defekt zweier Herzklappen. Eine gefährliche Kombination, die ihn an den Rand des Abgrunds trieb.
“Ich lag mit Myokarditis und einem weiteren Herzschlag im Bett und fragte mich, ob ich das durchstehen könnte. Das war schon sehr bedrohlich. Ich weiß, dass Menschen schon daran gestorben sind”, so Herbert im Gespräch mit basketball-world.news. Die Ärzte konnten seinen Zustand glücklicherweise rechtzeitig stabilisieren, aber die Belastung war immens.

Pflichtgefühl versus gesundheit: ein schmerzlicher balanceakt
Obwohl geschwächt, kehrte Herbert frühzeitig an die Seitenlinie zurück. Der Ausfall seines Co-Trainers T.J. Parker – dessen Vater verstorben war – ließ ihm kaum eine andere Wahl. “Ich sah es als meine Pflicht an, zu bleiben und zu coachen,” erklärte Herbert. “Dafür habe ich einen Preis gezahlt.” Er schlief 16 bis 17 Stunden am Tag, war fast zwei Wochen lang ans Bett gefesselt. Ein Opfer, das letztlich zu seiner Entlassung führte, nachdem eine Serie von Auswärtsniederlagen in der EuroLeague das Ruder endgültig zerrissen hatte.

Ein blick zurück: was lernte herbert?
Die medizinische Abteilung des FC Bayern leistete laut Herbert “exzellente Arbeit”. Spieler und Mitarbeiter zeigten große Unterstützung. Dennoch blickt der 66-Jährige mit gemischten Gefühlen auf die geschehene Zeit zurück. “Ich empfehle jedem, nicht mit COVID zu coachen,” sagt er mit einem Lächeln. “Die Gesundheit sollte oberste Priorität haben.”
Herbert, der im Juli seine Arbeit als Nationaltrainer Kanadas aufnehmen wird, kann mittlerweile auf eine erstaunliche Erholung zurückblicken. Eine kürzliche Knie-OP ist bereits überstanden, und die Ärzte attestieren ihm ein Herz, das “das eines 40-Jährigen” habe. Die sieben Auswärtsspiele in Folge in der EuroLeague, verbunden mit der Bundesliga-Belastung, erwiesen sich als zu viel für einen Mann, der gerade mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung kämpfte.
Herbert schließt ein weiteres Engagement in Europa, vielleicht sogar in Deutschland, nicht aus. “Vielleicht ergibt sich in den kommenden Monaten etwas”, so der erfahrene Coach. Die Vergangenheit hat ihn gelehrt: Manchmal muss man dem Körper zuhören, auch wenn der Ruf des Basketballs verlockend ist.
