Herbert packt aus: herzkrankheit statt corona – bayern feuerte ihn im krankenbett

Gordon Herbert trug die Maske, aber nicht wegen Corona. Der Kanadier versteckte hinter dem Stoff einen Körper, der sich aufgab. Drei Wochen lag er fast komplett im Bett, 16 bis 17 Stunden am Tag. „Ich fragte mich, ob ich das durchstehe. Menschen sterben an Myokarditis.“ Die Bayern holten sich die Unterschrift, während er noch an zwei fehlerhaften Herzklappen laborierte.

Die wahrheit über den absturz

Die Serie begann in Istanbul, endete in Monaco. Sieben Auswärtspartien, sieben Niederlagen. Die EuroLeague fräst ihre Trainer, doch Herbert spielte mit offener Wunde. „Wir standen 5-4, Erster in der Bundesliga. Dann rissen die Siege weg wie Fäden.“ Der Spielplan war kein Alibi – die Herzmuskelentzündung schon. Co-Trainer T. J. Parker beerdigte seinen Vater, das Staff-Büro schrumpfte auf zwei Köpfe. „Ich setzte den Job über meine Gesundheit. Das war keine Heldentat, sondern Dummheit.“

Die medizinische Abteilung der Bayern lieferte Daten, die Ärzte warnten. Dennoch saß er wieder auf der Bank – und wurde 30 Tage später freigestellt. „Zehn Trainer flogen in dieser Saison raus, das ist die Hälfte. Ich kann dem Klub nichts vorwerfen, außer dass er mich exzellent betreut hat, während ich mich selbst ignorierte.“

Herz eines vierzigjährigen, karriere eines rentners

Herz eines vierzigjährigen, karriere eines rentners

Heute schlägt sein Herz wieder im Normalrhythmus. Die Klappen schließen, der zusätzliche Herzschlag ist verschwunden. „Die Ärzte sagen, ich hätte das Herz eines 40-Jährigen. Das rettete mein Leben, nicht meinen Job.“ Nach der Entlassung folgte eine Knie-OP, im Juli übernimmt er Kanada. Ob allein oder parallel zu einem Klub, steht offen. „Deutschland liegt mir“, sagt er und lacht verschmitzt, als wüsste er, dass die Liga ihm noch eine Rechnung offen hat.

Die Lehre ist simpel, seine Stimme kratzig: „Coachen mit Corona? Niemals wieder. Die Gesundheit ist kein Timeout, sie ist das ganze Spiel.“ Herbert überlebte die Bayern, aber er weiß: Die nächste Niederlage wartet nicht auf dem Feld, sondern im eigenen Brustkorb.