George bricht sein schweigen: „ich bin kein superheld“
Die Nacht auf Freitag wird zur Generalprobe für Paul George. Gegen Chicago will der 34-Jährige nach 25 Spielen Sperre zurückkehren – und spricht erstmals offen über die Drogenaffäre, die ihn vor zwei Monaten in die Schlagzeilen katapultierte.
„Es ist das Schwierigste, wenn dein Körper nicht mehr das leisten kann, was er früher leisten konnte“, sagt George auf der Pressekonferenz in Philadelphia. „Zu wissen, dass man limitiert ist, wirkt sich auch mental aus.“ Mit diesen Worten bestätigt der All-Star-Forward indirekt die Substanzverletzung, die ihn kostspielig und imageschädigend für fast ein Drittel der Saison rauswarf.
George zahlt 11,7 millionen dollar lehrgeld
Die Sixers sparten sich während der Suspendierung exakt 11.698.884 Dollar Gehalt – ein Betrag, der in der Liga für zwei solide Rotationsspieler reicht. George selbst musste zusehen, wie sein Team in der Eastern Conference abrutschte und die Fans ihn auf Social-Media-Plattformen als „Drogen-Paul“ diffamierten. „Menschen zu enttäuschen hat mich mehr verletzt als alles andere“, gibt er zu.
Dabei war der Skandal Anfang Februar nur die Spitze eines längeren mentalen Tiefes. George hatte sich nach eigener Einschätzung „überfordert“ gefühlt, als seine Knie- und Schulterbeschwerden zunahmen. Die Folge: illegale Substanzen, um die Schmerzen zu unterdrücken und die Performance künstlich zu stabilisieren. Die NBA reagierte mit der zweitlängsten Drogenstrafe der Saison – nur hinter dem 25-Spiele-Bann von Morant.
Doch die Zwangspause nutzte der achtmalige All-Star, um sich „vollständig zu regenerieren“. Sein Körper fühle sich nun „großartig“ an, sagt George. Auch mental sei er „wieder der Alte“. Ob das reicht, um in den Playoffs als dritte Option neben Embiid und Maxey zu glänzen, wird sich zeigen. Denn die Sixers stehen vor dem Verpassen der direkten Qualifikation – ein Szenario, das die Front Office-Bosse in den vergangenen Wochen kaum schlafen ließ.

Comeback gegen bulls – und gleich vollgas gefordert
Bereits in der Nacht auf Freitag (0 Uhr, League Pass) soll George gegen die Bulls sein Comeback feiern. Trainer Nick Nurse deutet an, dass der 2,03-Meter-Flop nach rund neun Wochen Pause „mindestens 25 Minuten“ erhalten wird. Die Vorgabe: sofortige Wirkung. Denn Philadelphia liegt nur zwei Siege vor dem Play-In-Gebiet – und die restlichen neun Spiele der Regular Season sind ein Endspiel nach dem anderen.
George selbst wirkt entschlossen. „Ich habe in diesem Moment einen Fehler gemacht“, sagt er. „Aber ich bin kein Superheld. Ich bin ein Mensch.“ Die Fans in der Wells Fargo Center werden ihn trotzdem wie einen Helden empfangen – zumindest für eine Nacht. Danach zählt nur noch eins: Siege. Sonst wird der nächste Shitstorm vorprogrammiert.
