Frankfurt trauert: 87-jähriger fan nach herzstillstand im stadion gestorben
Der 2:2-Kracher gegen Köln ist Geschichte. Was bleibt, ist eine Leere, die kein Tor und kein Punkt je füllen wird. Ostersonntag wird in der Eintracht-Familie fortan einen bitteren Beigeschmack haben – denn ein 87-jähriger Dauerkarteninhaber hat die zweite Halbzeit nicht mehr verlassen.
Herzstillstand in block 16 – reanimation vergeblich
Die Katastrophe schlug in der 74. Minute ein. Während die Kurve brüllte, kollabierte der langjährige Vereinsmitglied im Innenraum. Sanitäter eilten herbei, starteten sofortige Wiederbelebungsmaßnahmen und brachten den Mann in die Uniklinik. Doch die Ärzte konnten das Herz nicht dauerhaft stabilisieren. Noch am Abend verlor er den Kampf ums Leben.
Der Verein bestätigte den Tod am Dienstagnachmittag. „Die Eintracht-Familie ist tief betroffen. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen und Freunden“, heißt es auf SGE.de. Die Nachricht traf Spieler und Staff per Rundmail, viele schrieben privat. Vorstandsboss Axel Hellmann twitterte lediglich ein schwarzes Frankfurter Wappen – mehr Worte brauchte er nicht.
Was folgte, war kollektives Schweigen. Die Fans auf beiden Seiten stimmten keine Gesänge mehr an, applaudierten stattdessen den Helfern, als diese den Rollstuhl über den Rasen trugen. Auch die Kölner Anhänger klatschten, eine Geste, die nach Spielende mehr Erwähnung fand als das späte Ausgleichstor.

Frankfurt sucht halt in der community
Der Tod des 87-Jährigen wirft Fragen auf, die weit über Medizin hinausgehen. Soll es weiterhin Stehplätze für Senioren geben? Müssen Defibrillatoren enger an den Blöcken positioniert werden? Clubsprecher Peter Görlich kündigte interne Gespräche an, will aber keine Schnellschüsse: „Erst einmal trauern wir“.
Die Todesmeldung kam zur Unzeit – oder vielleicht genau zur richtigen Zeit. Frankfurt spielt am Samstag in Augsburg, die Europa-League-Qualifikation ist in Reichweite. Doch Trainer Dino Toppmöller versetzte die Trainingseinheit um einen Tag nach hinten. Motto: Prioritäten neu justieren. Wer 90 Minuten lang um jeden Ball rennt, weiß am Ende, dass es Momente gibt, in denen kein Schiri der Welt Nachschlag gibt.
Die SGE wird vor Anpfiff eine Gedenkminute einlegen, die Dauerkarte des Verstorbenen bleibt leer. Ein schwarz-weißer Schal hängt bereits an seinem Stammplatz in Block 16. Die Kapitänsbinde der Profis trägt am Samstag ein Trauerflor. Kleine Symbole, große Wirkung – denn manchmal ist Fußball mehr als Sport, manchmal ist er die Familie, die man sich aussucht.
