Fortuna düsseldorf ohne kastenmeier und itten – anfang muss in braunschweig improvisieren
Die Siegesserie der Fortuna Düsseldorf steht auf wackeligen Beinen. Florian Kastenmeier fehlt auch beim Auswärtsspiel in Braunschweig, Cedric Itten steht noch nicht mal auf dem Trainingsplatz – und plötzlich wird aus einem Routineeinsatz ein Stresstest für Trainer Markus Anfang.
Lotka zwischen den pfosten, itten auf der tribüne
Der Klassiker im Tor: Ersatzmann Marcel Lotka bekommt seinen zweiten Startelfeinsatz in Folge. Keine Frage, er wird gebraucht. Denn hinter Kastenmeiers Fersenprellung bahnt sich ein personelles Trümmerfeld an. Itten, mit acht Treffern bester Schütze der Fortuna, absolvierte seit seiner Muskelblessur keine einzige Einheit. Seine Ausfälle summieren sich – und mit ihm die Sorgen von Anfang.
Auch Florent Muslija und Matthias Zimmermann trainieren nur individuell. Wer sonst noch fehlt? Fast ein komplettes B-Team: Valgeir Lunddal, Christopher Lenz, Christian Rasmussen, Tim Rossmann, Jordy de Wijs, Kenneth Schmidt, Hamza Ansari, Julian Hettwer. Elf Profis, ausgerechnet jetzt, wo der Aufstiegszug rollt.

Braunschweig ist kein gegner, sondern eine wegscheide
Die Zahlen sprechen für Düsseldorf: elf Punkte aus den letzten sechs Spielen, nur eine Niederlage, erster Auswärtssieg seit September. Doch Zahlen lügen nicht – sie verstecken auch nicht, dass die Tabellensituation zittrig bleibt. Bei einem Dreier springt die Fortuna erstmals in dieser Saison unter die Top Ten. Verlieren sie, rückt der Relegationsplatz nur zwei Punkte entfernt. Die Luft wird dünn, der Druck groß.
Dazu ein Gegner, der sich selbst neu erfindet. Lars Kornetka feiert gegen Düsseldorf sein Debüt als Cheftrainer. Keine Videoanalyse, keine Scouting-Notizen – für Anfang ein Blindflug. „Wir müssen unser Spiel durchsetzen“, sagt er und klingt dabei wie ein Mann, der sich auf seine eigene Philosophie verlässt, weil Alternativen fehlen.
Die Lösung? Mehr Tempo über die Außen, früher Ballgewinn, weniger Torraum-Turbulenzen. Lotka soll mit Fußballspiel die Abwehr öffnen, die Offensive auf Kreativität statt auf Itten setzen. Denn Tore müssen jetzt andere schießen – sonst wird aus der Erfolgsgeschichte schnell ein Stolperstein.
Die Rückrunde war bisher ein Aufwärtstrend. Doch Trends enden abrupt, wenn der Kader sich lichtet. In Braunschweig entscheidet sich, ob Düsseldorf weiter aufsteigt – oder wieder in den Tabellenkeller blickt. Die Fortuna spielt nicht nur gegen Braunschweig. Sie spielt gegen die eigene Verletzungsmisere. Und die ist gerade ihr härtester Gegner.
