Alkohol-marathon schadet der leber mehr als gemütliches trinken!

Wer am Wochenende seine Alkoholkonsum-Defizite ausgleichen will, irrt gewaltig! Eine neue Studie zeigt: Episodischer Alkoholkonsum ist für die Leber deutlich schädlicher als gleichmäßiger Genuss über die Woche. Das bedeutet: Der typische „Freitag- und Samstagsschlürfer“ riskiert ernsthafte Leberprobleme.

Fettige leber und das risiko von vernarbungen

Die Untersuchung, veröffentlicht in Clinical Gastroenterology and Hepatology, analysierte Daten von über 8.000 Erwachsenen mit metabolischer Steatose – also einer „fettigen Leber“. Diese Erkrankung betrifft bereits rund ein Drittel der Bevölkerung und ist eng verbunden mit Übergewicht, Diabetes und hohen Cholesterinwerten. Die Studie ergab, dass diejenigen, die regelmäßig größere Mengen Alkohol auf einmal konsumieren – definiert als vier oder mehr Getränke für Frauen, fünf oder mehr für Männer – ein fast dreifach höheres Risiko für fortgeschrittene Leberfibrose haben. Leberfibrose ist die Vorstufe zur Zirrhose, einer irreversiblen Leberschädigung, die im schlimmsten Fall zu Leberversagen oder Krebs führen kann.

Die überraschende Erkenntnis: Es kommt weniger auf die Gesamtmenge des konsumierten Alkohols an, sondern darauf, wie er konsumiert wird. Der Körper kann Alkohol besser verarbeiten, wenn er langsam über den Tag verteilt zugeführt wird. Ein „Rausch am Stück“ überfordert die Leber jedoch massiv. Sie kann den Alkohol nicht schnell genug abbauen, es kommt zu Entzündungen und langfristig zur Vernarbung des Gewebes.

„Viele meiner Patienten fragen, ob sie unter der Woche keinen Alkohol trinken und am Wochenende dann etwas mehr nachholen können“, erklärt der leitende Arzt der Studie, Brian P. Lee. „Die Antwort ist eindeutig nein. Episodisches Trinken ist deutlich schädlicher als ein moderater, gleichmäßiger Konsum.“

Besonders besorgniserregend ist, dass mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer zu diesem schädlichen Trinkverhalten neigt. Und fast 16 Prozent der Betroffenen mit bereits bestehender „fettiger Leber“ überschreiten regelmäßig die Grenze zum Binge-Drinking. Die Studie liefert damit wichtige Hinweise für Ärzte und Patienten gleichermaßen: Es gilt, das Trinkverhalten zu überdenken und den Fokus auf einen verantwortungsvollen und moderaten Alkoholkonsum zu legen. Denn auch wenn man sich unter der Woche einschränkt, kann ein exzessiver Alkoholkonsum am Wochenende die Leber nachhaltig schädigen – und das in einem Maße, das weit über dem liegt, was man sich als „Ausgleich“ vorstellen mag.

Die leber braucht eine pause

Die leber braucht eine pause

Fazit: Die Leber ist ein Meisterwerk der Regeneration, aber auch sie hat ihre Grenzen. Ein chronischer Alkoholkonsum überlastet sie. Episodisches Trinken setzt ihr jedoch ein zusätzliches, schwerwiegendes Problem: Es führt zu einer akuten Überlastung, die die Leber nicht bewältigen kann und langfristig zu Schäden führt. Wer seine Leber schützen will, sollte lieber auf den gelegentlichen Alkoholkonsum verzichten – oder zumindest die Menge und Häufigkeit drastisch reduzieren.