Salah jagt neuseeland und einen neuen klub – in einer nacht

In Boston tickt die Stoppuhr. Um 02:00 Uhr Ortszeit könnte Mohamed Salah mit einem einzigen Sprint nicht nur Ägypten in die K.o.-Runde schießen, sondern auch dem Transferkarussell neue Drehzahl geben. Die All Whites stehen als letztes Aufgebot zwischen dem Pharao und seinem nächsten Vertrag.

Salahs letzter auftritt im alten gewand

Der Flügel, der Liverpool verließ, trägt noch kein neues Wappen. Kein Klub, kein Logo, nur das Nationaltrikot – und es sitzt wie maßgeschneidert. Gegen Belgien steuerte er die Vorlage für Ashours 1:0, doch ein Assist reicht nicht, wenn ein ganzes Land sich nach dem ersten Sieg seit 1990 sehnt. Trainer Hassan, nach seiner Umarmung mit dem vierten Offiziellen zum viralen Star avanciert, setzt heute wieder auf Salah als Antrieb hinter Marmoush, dem City-Stürmer, der seinen ersten WM-Treffer noch schuldig bleibt.

Der Gruppendurchschnitt von jeweils einem Punkt verwandelt das Duell in ein Finale: Sieg bedeutet Platz unter den acht besten Dritten, Remis oder Niederlage warfen die Faraonen raus. Salah selbst weiß, dass jeder Ballkontakt Live-Bilder liefert – ein neuer Arbeitgeber wird mitlesen.

Neuseelands cricket-junge will geschichte schreiben

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Auf der Gegenseite hofft Matthew Garbett, genannt „Just“, seinen ersten WM-Doppelpack zu wiederholen. Der 22-Jährige, der als Kind zwischen Cricketpitch und Fußballplatz pendelte, schoss gegen Iran zwei Tore und avancierte zum ersten Kiwi überhaupt mit einem solchen Erfolg in einer Endrunde. Die Taktik von Coach Danny Bazeley basiert auf der niedrigsten FIFA-Rangliste aller 48 Teilnehmer – Platz 82 – und funktioniert dennoch: Organisation statt Individualität, Wood als Target, Just als Schnellkraft. Ein Sieg würde Neuseeland erstmals seit 2010 wieder in eine Weltmeisterschaftsk.o.-Runde katapultieren.

In der Abwehr rückt ein weiterer Name ins Rampenlicht: Michael Boxall könnte von Beginn an auflaufen. Seine Mutter Jenny kickte 2007 und 2011 bei den Frauen-WMs, Vater Grant trug als Volleyball-Kapitän das gleiche Trikot. Familienehre auf Neuzeeländisch.

Eine nacht, zwei karrieren, null sicherheit

Eine nacht, zwei karrieren, null sicherheit

Sollte Ägypten gewinnen, dürfte Salah in den Medienrunden nicht nur über Taktik sprechen, sondern auch über Zukunft. Die Gerüchteküche brodelt zwischen Paris, Madrid und Saudi-Arabien, doch bislang keine Unterschrift. Ein starkes Spiel gegen Neuseeland wäre ein Statement ohne Klublogo – und vielleicht der erste Schritt, endlich wieder einen zu haben.

Neuseeland wiederum käme einer Sensation einen Schritt näher. Für eine Nation, die eigentlich Rugby und Schafzucht im Blut hat, wäre der Einzug unter die letzten 24 Teams bereits ein sportpolitisches Erdbeben. Die Uhr tickt, der Countdown läuft, und Salah muss sich entscheiden: Held oder arbeitsloser Superstar. Die Antwort folgt in zwölf Stunden.