Magath-debakel unter maradona-augen: eintracht stürzt ab!

Frankfurt bangt, die Bundesliga staunt: Felix Magath ist nach einer historischen Niederlage gegen den 1. FC Köln entlassen worden. Ein Abend, der für den erfahrenen Coach zu einem der bittersten seiner Karriere wurde – und das alles unter den Augen des legendären Diego Maradona.

Maradona als stiller zeuge des niedergangs

Maradona als stiller zeuge des niedergangs

Der argentinische Superstar, der am 27. Januar 2001 im Block 8 des Waldstadions Platz genommen hatte, um ein vermeintlich entspanntes Pizzaessen mit einem Frankfurter Gastronomen zu genießen, erlebte stattdessen ein Fußball-Massaker. Maradona, der seit seinen Zeiten in Neapel eine enge Freundschaft mit dem Restaurantbesitzer pflegte, war eigentlich nur zu Besuch, doch er wurde Zeuge des Debakels, das Felix Magath und die Eintracht widerfuhr.

Es war ein trüber Winterabend, die Stimmung im Stadion gedrückt. Nur 28.100 Zuschauer fanden sich ein, ein trauriger Kontrast zu den ausverkauften Arenen jener Tage. Die Hessen, nach fünf Niederlagen zum Jahresende auf dem 15. Platz thronend, wollten im ersten Spiel der Rückrunde den Negativtrend stoppen. Doch Köln, unter Trainer Ewald Lienen zu einem ernstzunehmenden Aufsteiger gereift, hatte andere Pläne.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Bereits zur Halbzeit stand es 0:4. Markus Kurth traf doppelt, Christian Scherz einmal, und Torsten Kracht vollendete das Desaster mit einem Eigentor. Nach der Pause gelang es Pawel Kryszalowicz lediglich, den Schaden ein wenig zu begrenzen, bevor Archil Arweladse den Kölnern das 5:1 auflegte. „Jeder Konter führte zu einem Tor“, fasste Kölns Libero Thomas Cichon treffend zusammen.

Die Leistung der Eintracht war schlichtweg katastrophal, insbesondere die Defensive. Der im Winter verpflichtete Abwehrchef Karel Rada erlebte ein Debüt zum Vergessen und trat dem Ball vor dem 0:1 über. Seine Kollegen Petr Houbtchev und Torsten Kracht konnten ihm in dieser Hinsicht wenig nachtragen, wie die Noten im Kicker bestätigten: drei „6er“ für die Abwehrreihe. Selbst der heutige Geschäftsführer Profifußball von Union Berlin, Horst Heldt, erhielt nur eine 5,5, während Torhüter Oka Nikolov mit einer 4 die beste Note des Abends erhielt.

Doch der eigentliche Knackpunkt lag in der Reaktion des Trainers. Nach dem Spiel kam es zu einem Aussprachegespräch am Sonntagmorgen, bei dem Magath angeblich „in einer unglaublich aggressiven Stimmung“ erschien und keine Lust zeigte, seine Rettungspläne im Detail zu erläutern. Der Vorstandsvorsitzende Steven Jedlicki sprach von einer „absoluten Machtfülle“ Magaths und stellte fest, dass er den Eindruck hatte, der Trainer wisse nicht, wie es mit der Mannschaft weitergehen sollte. Aufsichtsratsmitglied Robert Fritz brachte es auf den Punkt: „Seine Steinzeitkonzepte konnten uns nicht überzeugen.“

Magath wehrte sich prompt in den Medien und klagte über mangelnde Anerkennung seiner Arbeit. „Ich habe den Verein wieder zum Leben erweckt, aber das wurde leider nicht honoriert“, wetterte er. Er deutete an, dass hinter der Entlassung andere Gründe steckten, wollte diese aber nicht offenlegen.

Während die Eintracht im Chaos versank und letztlich abstieg, übernahm Magath nur vier Wochen später das Ruder beim VfB Stuttgart und rettete auch diesen Verein vor dem Abgrund. Eine Ironie des Schicksals, die den bitteren Geschmack der Frankfurter Niederlage unter den Augen von Diego Maradona nur noch verstärkt. Ein Abend, der für Felix Magath zu einem Symbol für seine Karriere wurde: Ein Genie, das zwar Erfolge feiert, aber auch immer wieder auf Widerstand stößt.