Kehl enthüllt: so entstand das sommermärchen – und die bittere wm-pleite!
50 Tage bis zur WM 2026 – ein Anlass, um zurückzublicken. Ex-Nationalspieler und BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl spricht im SPORT1-Interview über die unvergesslichen Momente von 2006, die schmerzhafte Niederlage gegen Italien und was wirklich hinter der Euphorie des „Sommermärchens“ steckte.
Die magie begann lange vor dem ersten spiel
Während die Vorfreude auf die WM 2026 in Deutschland noch zaghaft ausbleibt, erinnert sich Kehl an eine ganz andere Atmosphäre vor 20 Jahren. „50 Tage vorher wusste man ja oft noch gar nicht, ob man überhaupt nominiert wird!“, lacht er. Aber die Vorfreude war enorm, gerade auf die Heim-WM. Das erlebt man nicht oft in der Karriere.“ Eine besondere Motivation, in den letzten Wochen der Saison alles zu geben. Die Stimmung im Land war greifbar, das Motto „Zu Gast bei Freunden“ war mehr als nur ein Slogan – es war ein Gefühl.

Die bittere wahrheit nach 120 minuten
Das Halbfinale gegen Italien bleibt für Kehl ein prägendes Erlebnis. „Ja, absolut. Das war brutal. Es war alles darauf ausgerichtet, ins Finale zu kommen. In Dortmund, im eigenen Stadion, von Anfang an zu spielen – das war schon unglaublich.“ Doch die Niederlage nach Verlängerung fühlte sich unwirklich an, ein Traum platzte. „Ich habe nach dem Schlusspfiff eine unglaubliche Leere empfunden.“ Ein Moment, der ihn bis heute verfolgt. Die Erinnerung an Grosso's Tor brennt noch immer.

Ein urlaub in italien? erst jahre später möglich!
Die WM 2006 mag als „Sommermärchen“ in die Geschichte eingegangen sein, doch für Kehl hatte die Niederlage gegen Italien weitreichende Folgen. „Sagen wir mal so: Es hat ein paar Jahre gedauert, bis ich dieses wunderbare Land auch wieder als Urlaubsziel bereisen konnte!“, grinst er.
Teamchemie und das richtige quartier – schlüsselfaktoren für den erfolg
Kehl betont die Bedeutung von Teamchemie und der Wahl des richtigen Mannschaftsquartiers. „Die Auswahl des Quartiers hat eine große Bedeutung. Nicht erst seit 2006 weiß man, wie entscheidend das sein kann. Die Abläufe, die Atmosphäre, die Möglichkeiten zur Regeneration – all das war Gold wert.“ Ein Ort der Ruhe und Konzentration, der gleichzeitig die Möglichkeit bot, die Stimmung in der Stadt aufzusaugen. Ein entscheidender Faktor, der oft unterschätzt wird.
Die chancen deutschlands bei der wm 2026?
Auch wenn die Euphorie noch aussteht, glaubt Kehl an die deutschen Chancen. „Deutschland ist immer in der Lage, eine große Rolle zu spielen und sich im Turnierverlauf zu steigern.“ Mit der richtigen Einstellung und einem starken Teamgeist ist der Titel auch 2026 wieder möglich. Die Vorfreude steigt – und die Erinnerungen an 2006 sind lebendiger denn je.
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