Italien reißt letztes europäisches tabu nieder – neuseeland bleibt allein auf der sieger-liste
Rom, 7. März 2026, 21:28 Uhr – Das Olympiastadion bebt. 23:18 steht auf der Anzeigetafel, und niemand traut den Augen. England liegt am Boden, Italien jubelt. Erstmals in 26 Jahren Sechs-Nationen-Geschichte haben die Azzurri die Rose geschlagen. Das letzte verfügbare Großmacht-Skalp ist eingeheimst. Nur noch ein Name fehlt auf der Liste: die All Blacks.
Das tor von de carli wird 25 jahre später zur vollendung
Am 5. Februar 2000 krachte Giampiero De Carli im Flaminio über die tryline, Diego Dominguez verwandelte, und Italien feierte den ersten Sieg über Schottland. Seitdem war jedes Match gegen die europäischen Elite ein Lehrstück in Demut. Bis heute. Die 23 Punkte kommen aus einem gereiften Spiel: zwei Strafen, ein Drop-Goal und der späte Versuch von Monty Ioane, der den englischen Abwehrriegel zerreißt wie ein altes Paneel.
Die Chronologie der Machtübernahme liest sich wie ein Krimi:
22. März 1997 – Frankreich fällt in Grenoble.
24. Januar 1998 – Schottland kapituliert in Turin.
6. Mai 1995 – Irland scheitert in Parma.
15. Februar 2003 – Wales geht in Cardiff unter.
19. November 2016 – Südafrika wird in Florenz besiegt.
12. November 2022 – Australien verliert in Modena.
7. März 2026 – England wird in Rom gebrochen.
Nur Argentinien (24. Oktober 1978) und Neuseeland fehlen noch. Letztere sind das letzte unbesiegte Monument.
Was das ergebnis für den sechs-nationen-titel bedeutet
Die Tabelle ist offen. Irland hat einen Punkt mehr, Frankreich ein Spiel weniger. Doch die Frage lautet nicht mehr: Schafft Italien den Klassenerhalt? Sondern: Schafft es Italien, die All Blacks vor der Weltmeisterschaft 2027 zu bezwingen? Der Verband arbeitet seit Jahren an einem Test in Amerika oder Japan – ein neutraler Boden, der den Mythos Neuseeland entzaubern könnte.
Trainer Gonzalo Quesada weigert sich, vom nächsten Gegner zu sprechen. „Heute feiern wir, morgen schauen wir auf die Tabelle“, sagt er mit tränennassen Augen. Sein Kapitän Michele Lamaro ist offener: „Wir haben bewiesen, dass wir in 80 Minuten jeden schlagen können. Warum also nicht Neuseeland?“
Die Antwort wird nicht auf Wikipedia stehen, sondern auf dem Platz. Und der liegt irgendwo zwischen Rom und Eden Park.
