Bolelli und vavassori schreiben geschichte: erster italienischer doppelsieg in rom
Ein Match, das 96 Jahre brauchte. Simone Bolelli und Andrea Vavassori haben das ewige Weiß im Herrendoppel der Italian Open endlich durch tricolore Tinte übermalt – 7:6, 6:7, 10:3 gegen Granollers/Zeballos.
Kein mythos mehr, sondern realität
Sogar Nicola Pietrangeli und Orlando Sirola, die Götter von 1957, blieb dieser Triumph verwehrt. Sieben Endspiele, sechs Niederlagen, ein unvollendetes Drama 1960. Nun, mit dem 83. Turnier, rächt sich die Geschichte für sich selbst – und macht zwei Davismänner zu Helden eines ganzen Tennisvolks.
Der Centrale war bereits im Ausnahmezustand, als Sinner gegen Ruud wartete. Doch zuvor lieferten sich die Italiener einen zweieinhalbstündigen Schlagabtausch mit der Weltklasse. Erster Satz: vier Satzbälle weggewischt, dann Vavassoris Netz-Klatscher zum 10:8 im Tiebreak. Zweiter Satz: vergebene Breakbälle, ein verpasster Vorhand-Longline von Bolelli, schließlich doch der Abflug 6:7. Wer jetzt dachte, der Zug sei abgefahren, kannte diese Klasse nicht.

Match-tiebreak: ein tsunami in schwarz-orange
Doppelfehler Zeballos, Smash ins Netz, 6:1 aus italienischer Sicht. Das Publikum schrie sich heiser, selbst die Ballkinder vergaßen ihre Neutralität. Beim 10:3 krachte es: Vavassori kniete, Bolelli warf den Schläger in die Luft, Rom bebte. Erstmals steht ein komplett italienisches Duo auf dem Siegerpodest – 96 Jahre nach der Erstauflage.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: zehn gemeinsame ATP-Titel, zwei Masters-1000-Krönungen in diesem Jahr allein, drei Slam-Finals, zwei Finals-Auftritte bei den ATP Finals – und Platz drei der Weltrangliste. Kein Zufall, sondern konsequente Machtentfaltung.
Was folgt? Die French Open rücken ins Visier. Wer jetzt noch behauptet, italienischer Tennisboom sei bloß ein Sinner-Solo, verpasst die Pointe. Bolelli und Vavassori haben das nächste Kapitel aufgeschlagen – und es liest sich wie ein Manifest: „Wir sind noch lange nicht fertig.“
