Werder bangt: thioune schimpft nach köln-debakel – derby-alarmstufe rot!

Köln hat Werder Bremen auf schmerzliche Weise zurück in die Realität geholt. Nach dem enttäuschenden 1:3, in dem die Mannschaft über weite Teile des Spiels in Unterzahl agierte, ließ Trainer Daniel Thioune wenig Zweifel an seiner Enttäuschung und der Notwendigkeit einer sofortigen Reaktion aufkommen. Die Stimmungslage im Lager der Grün-Weißen ist gedrückt, und das bevorstehende Nordderby gegen den HSV wirft einen langen Schatten.

Thioune: "so billig dürfen wir uns nicht entlassen!"

Thioune: "so billig dürfen wir uns nicht entlassen!"

Die Kritik des Trainers kam nicht von ungefähr. Auch wenn der frühe Platzverweis von Marco Friedl die Aufgabe ungleich schwieriger machte, war der Bremer Auftritt in Köln in vielerlei Hinsicht unterirdisch. Thioune ließ wenig Zweifel daran, dass er von seiner Mannschaft deutlich mehr erwartet. "Es ist Derbyzeit", betonte er am Montag, und die Worte wogen schwer. Die Leistung, so Thioune, sei "sehr weit weg“ von dem, was von einem Team erwartet werden kann, das nicht als Verlierer vom Platz gehen möchte.

Die Frage nach dem Willen der Mannschaft stellt sich erneut. Nach dem schwachen Auftritt in Köln und in Erinnerung an die erschlaffte Vorstellung im Hinrunden-Derby gegen den HSV, muss Werder nun dringend einen Gang hochschalten. Thioune sprach von Mängeln bei Energie, Klarheit im Ballbesitz und Körpersprache – Symptome eines Teams, das derzeit nicht seine volle Leistungsfähigkeit abruft.

Leonardo Bittencourt versuchte bereits am Sonntagabend, die Stimmung zu heben, doch Thioune machte deutlich, dass mehr als nur Worte nötig sind. Es geht um „deutlich mehr“ als die drei Punkte, um „Reputation für uns, für die Mannschaft nach einer schwierigen Saison bisher.“ Der Trainer rief nach dem „Derbymodus“, einer Mentalität, die im Dezember gegen den HSV völlig fehlte.

Ein besonderes Augenmerk richtet sich auf Thioune selbst, der als ehemaliger HSV-Trainer und Freund des aktuellen Trainers Merlin Polzin eine besondere Verbindung zu diesem Duell hat. Doch Freundschaften müssen da bleiben, wo sie sind, denn in einem Derby zählt nur der Sieg. Angesichts der anstehenden Aufgaben – Stuttgart, Augsburg, Hoffenheim, Dortmund – ist der Erfolg im Nordderby für Werder von immenser Bedeutung, nicht nur für die Tabelle, sondern auch für die Moral der Mannschaft.

Die Konkurrenz in der Abstiegszone patzte ebenfalls. Das ist zwar ein kleiner Trost, aber es ändert nichts an der Tatsache, dass Werder Bremen sich gegen den HSV unbedingt wehren muss – und zwar mit einer Intensität und einem Willen, die in Köln völlig fehlten. Sonst droht ein Abstiegskampf der Sonderklasse.