Brand warnt vor duell mit österreich: "wir müssen da sein!"
Dortmund – Jule Brand, Shootingstar des deutschen Frauenfußballs, warnt vor dem bevorstehenden WM-Qualifikationsspiel gegen Österreich. Im Exklusiv-Interview mit SPORT1 spricht die 23-Jährige über ihre Entwicklung, den Wechsel nach Lyon und die anspruchsvollen Aufgaben, die vor ihr und dem DFB-Team liegen.
Neue rolle, neues selbstvertrauen
Die gebürtige Karlsruherin blickt zurück auf eine beeindruckende Entwicklung. Von der gefeierten U19-Talentin hat sie sich zur absoluten Leistungsträgerin in der Nationalmannschaft und beim französischen Top-Club Olympique Lyon entwickelt. Besonders die Europameisterschaft 2025 katapultierte sie auf die internationale Bühne. Doch der Wechsel nach Frankreich war nicht nur ein sportlicher, sondern auch ein persönlicher Neuanfang. "Neues Land, neue Liga, neue Sprache – das war eine Herausforderung, aber auch eine Chance für mich, mich weiterzuentwickeln," so Brand.
Die Offensivspielerin zeigt sich selbstbewusst, betont aber auch, dass sie sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen wird. "Ich glaube, der Begriff Top-Talent trifft auf mich nicht mehr so zu. Ich möchte jetzt eine andere Rolle einnehmen und habe auch mehr Erfahrung gesammelt. Mein Spielstil ist reifer geworden."

Österreich als gefähriger gegner
Das bevorstehende Duell mit Österreich stellt die deutsche Mannschaft vor eine harte Bewährungsprobe. Brand warnt vor dem Gegner: "Österreich wird sehr motiviert in die Spiele gegen uns gehen. Wir kennen viele Spielerinnen aus der Bundesliga. Gegen Deutschland ist der Ehrgeiz immer groß zu gewinnen. Deshalb müssen wir ab der ersten Minute da sein, offensiv und defensiv gut als Team zusammenspielen, Torchancen herausspielen und nutzen."
Die österreichische Offensive und ihre schnellen Umschaltaktionen stellen eine besondere Gefahr dar. "Daher müssen wir defensiv gut stehen und konzentriert arbeiten.“ Brand erinnert an die Partien in der Nations League gegen Frankreich und Spanien, die zwar unterschiedliche Ergebnisse brachten, aber verdeutlichten, dass Deutschland noch viel Potenzial hat.
Christian Wück, der neue Bundestrainer, scheint genau das richtige Profil zu haben. Seine Art, mutigen und offensiven Fußball zu spielen, kommt bei Brand gut an. "Wir haben viele Freiheiten und nicht zu viele Vorgaben. Er bringt viel Erfahrung aus dem Männer- und Juniorenfußball mit. Wir sind sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit und haben gemeinsam große Ziele.“
Auch die Rückschläge, wie die Kritik des Wolfsburger Sportdirektors Ralf Kellermann, haben Brand stärker gemacht. "Daraus habe ich viel gelernt und bin daran gereift. Am Anfang musste ich erst lernen, damit umzugehen, aber mittlerweile sehe ich es so, dass mich diese Erfahrungen zu der Spielerin gemacht haben, die ich heute bin.“ Die Unterstützung ihrer Familie und ihrer engsten Freunde half ihr dabei, diese schwierigen Phasen zu meistern.
Die Verletzung ihrer Mitspielerin Lena Oberdorf, die bereits zweimal einen Kreuzbandriss erlitt, berührt Brand tief. "Das stimmt, ich bin von solchen schweren Verletzungen glücklicherweise verschont geblieben. Bei Lena ist es natürlich sehr schade. Ich weiß aber, wie stark sie ist und wie gut sie mit solchen Situationen umgehen kann. Sie ist eine herausragende Spielerin, deshalb bin ich überzeugt, dass sie noch stärker zurückkommen wird.“
Während sie in Wolfsburg stärker im Fokus der Öffentlichkeit stand, schätzt Brand die entspanntere Atmosphäre in Lyon. "In Deutschland werde ich öfter erkannt.“ Die Herausforderung, sich in einer neuen Liga und einem neuen Land zu behaupten, nahm sie an und stellt fest: "Ich bin sehr glücklich über den Wechsel.“
Die Division 1 Féminine mag zwar etwas enger besetzt sein als die Bundesliga, aber das Niveau im Training bei Olympique Lyon ist immens. Dort profitiert Brand täglich von der Zusammenarbeit mit Weltklassespielerinnen.
Die Zukunft sieht rosig aus für Jule Brand und das deutsche Nationalteam. Mit neuem Selbstvertrauen und einem klaren Ziel – der WM-Qualifikation – will das Team von Christian Wück die Fans begeistern. Die ersten Schritte sind getan, aber der Weg zum Ziel ist noch lang. Die kommenden Spiele gegen Österreich werden dabei richtungsweisend sein. Ob Deutschland sich als Top-Favorit für die Weltmeisterschaft beweisen kann, wird sich zeigen.
