Wembanyama kauft sich in seine jugendliebe zurück
Victor Wembanyama schlägt zweimal zu: Erst zertrümmert er NBA-Rekorde, dann kauft er den Klub, der ihn zum Kind machte. Der 22-Jährige steigt bei Nanterre 92 ein und parkt einen Teil seines 13-Millionen-Dollar-Gehalts genau dort, wo alles begann.

Von der schulsporthalle zum aktienpaket
2013 lief der damals Zehnjährige noch über das Parkett von Le Chesnay, Vorort von Paris. Zehn Jahre später verdient er in San Antonio mehr Geld pro Spiel als ein ganzer Jahrgang in Nanterre. Jetzt fließt die Kohle zurück. „Ich möchte den französischen Basketball mitgestalten“, sagt er der L’Équipe – und meint vor allem: Ich will nicht nur Konsument sein, sondern Besitzer.
Die Summe, die Wembanyama für seine Anteile hinblättert, hält der Klub geheim. Insider sprechen von einer siebenstelligen Beteiligung, genug, um die Kasse von Nanterre für die nächsten Transferperioden zu entlasten. Der Verein steht aktuell auf Platz zwei der LNB Pro A, direkt hinter Monacos Euro-Armada um Daniel Theis. Mit dem Geld aus Texas könnte Nanterre sogar noch nachlegen – ein Schlag ins Gesicht der traditionellen Großklubs wie ASVEL oder Paris Basketball.
Für die Liga ist der Coup ein PR-Geschenk. Endlich spricht wieder jemand über Pro A, ohne dass gleich der Abstieg droht. Für Wembanyama ist es Risiko-Minimierung: Ein Teil seines Millionen-Gehalts arbeitet jetzt in Immobilien, ein anderer in Heimatemotion. Sollte die NBA-Karriere mal stocken, winkt schon der nächste Job – diesmal auf der Geschäftsführungsbank.
Der Franzose liefert damit auch ein Exempel an die amerikanischen Kollegen. Während viele Stars ihr Geld in Start-ups versenken, die sie nie benutzen, kauft Wembanyama sich in echte Erinnerungen. Keine App, kein NFT, kein Energy-Drink – nur ein gelber Ball und ein Hallendach, das noch nach seinem ersten Korb riecht.
