Udinese-skandal: staatsanwaltschaft fordert haftstrafen!
Ein Erdbeben erschüttert den italienischen Fußball: Die Staatsanwaltschaft von Udine fordert für Udinese-Präsident Franco Soldati und Vizepräsident Stefano Campoccia zwei Jahre Haft im Zuge der Ermittlungen zur Verwertung von Mandragora. Die Anklagepunkte: Falsche Angaben in der Finanzberichterstattung, betrügerische Steuererklärungen und Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit dem Transfer des Mittelfeldspielers Rolando Mandragora zur Juventus Turin.
Der kern der vorwürfe: eine dreiste umgehung
Laut Anklage soll es 2018 eine geheime Vereinbarung zwischen Juventus und Udinese gegeben haben. Demnach sollte Mandragora zunächst an Udinese ausgeliehen und später mit einer festen Ablösesumme von 20 Millionen Euro zurück an die Bianconeri verkauft werden. Was die Staatsanwaltschaft beanstandet: Die Vereinbarung enthielt angeblich eine unwiderrufliche Rückkaufoption, die als eine Tarnung für eine Verlängerung des ursprünglichen Transfers diente. Die Folge: Eine künstlich aufgeblähte Transfererfolgsrechnung und eine Steuerhinterziehung in Höhe von über 400.000 Euro.
Die Staatsanwaltschaft schätzt den entstandenen Vorteil durch die Manipulation der Finanzlage auf über 3 Millionen Euro. Ein beträchtlicher Betrag, der dem Verein und seinen Verantwortlichen nun zur Last gelegt wird. Die Verteidigung von Campoccia plädiert auf Freispruch, da die Tat angeblich nicht stattgefunden habe. Doch die Entscheidung über die Schuld oder Unschuld von Soldati, Campoccia und dem Verein selbst fällt am 15. September.

Auch sportrechtliche konsequenzen bereits gezogen
Bereits im Januar dieses Jahres hatte das italienische Fußballverband (FIGC) Udinese und die beiden Funktionäre zu Geldstrafen von jeweils 10.700 Euro verurteilt – eine weitere Folge des Skandals. Die aktuellen Forderungen der Staatsanwaltschaft zeigen jedoch, dass die Angelegenheit bei weitem nicht abgeschlossen ist und die Verantwortlichen mit erheblichen Strafen rechnen müssen.
Die Entscheidung im September wird nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für die gesamte italienische Fußballszene von Bedeutung sein. Sie könnte einen Präzedenzfall schaffen und die Art und Weise, wie Vereine Transaktionen abwickeln, nachhaltig verändern.Bleibt abzuwarten, ob die Staatsanwaltschaft ihre Forderungen durchsetzen kann und welche Auswirkungen dies auf die Zukunft von Udinese haben wird.
