Nagelsmann unter druck: kann er die wm-krise abwenden?

Die Stimmung im deutschen Team ist alles andere als entspannt. Julian Nagelsmann, der Bundestrainer, steht vor seinem ersten K.o.-Spiel bei dieser Weltmeisterschaft und die öffentliche Kritik wächst ins Unermessliche. Der Sieg gegen Ecuador war zwar ein kleiner Lichtblick, doch er scheint kaum etwas an der Wahrnehmung des 38-Jährigen zu ändern – im Gegenteil.

Die kommunikation wird zur achillesferse

Die kommunikation wird zur achillesferse

Markus Babbel, der Europameister von 1996, ließ seiner Enttäuschung am Sonntag freien Lauf. Seine Worte, dass Nagelsmann „wie ein bockisches Kind“ wirke und Aussagen tätige, die er dann nicht einhalte, trafen den Bundestrainer sichtlich. Nagelsmann selbst versuchte, die Kritik abzutun, räumte aber am Sonntagabend in Boston ein, dass sie ihn dennoch beschäftigt. „Das ist, glaube ich, wie bei jedem Menschen“, antwortete er ausweichend auf die Frage nach dem Einfluss der Expertenmeinungen.

Die Situation spitzt sich zu. Im Grunde ist Nagelsmann in eine Zwickmühle geraten: Egal welche Entscheidung er trifft, er kann den Experten und der Öffentlichkeit kaum recht machen. Die Diskussion um die Position von Joshua Kimmich ist dafür ein deutliches Beispiel. Soll er seinen Kapitän gegen Paraguay auf der rechten Abwehrseite antreten lassen, riskiert er, als beratungsresistent abgestempelt zu werden. Setzt er Kimmich ins Mittelfeld, wirkt er wenig geradlinig. Die Hin- und Her-Entscheidungen in der Personalplanung lassen Zweifel aufkommen.

Die Wahrheit ist: Nagelsmann ist auf Siege angewiesen. Und sollte es im möglichen Achtelfinale gegen Frankreich nicht reichen, droht der Druck auf den Trainer unerträglich zu werden. Die Mannschaft muss kämpfen und nicht untergehen. Denn eines ist klar: Eine hohe Niederlage würde Nagelsmanns Position nachhaltig gefährden. Die WM-Fieber läuft aktuell LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM auf SPORT1.de und in der SPORT1 App.