Suárez zerreißt sporting-lissabon: saudis schmeißen mit millionen

Luis Javier Suárez hat Sporting Lissabon in Atem. Die Kolumbianer-Kanone, 28 Jahre, 29 Saisontore, Champions-League-Held – und plötzlich liegt ein Fax aus Riad auf dem Schreibt von Frederico Varandas. Darin: eine Zahl, die den Präsidenten schlucken lässt. 70 Millionen Euro. Bar. Sofort.

Warum a bola von einer bombe spricht

Die portugiesische Sportzeitung A Bola brach die Story gestern Nachmittag. laut Unterlagen liegt nicht nur ein Angebot vor, sondern ein Komplett-Paket: Suárez plus Francisco Trincão, beide zusammen für rund 100 Millionen. Ein Betrag, der das Budget der Saudis in eine Dimension rückt, die selbst die englische Premier League blass werden lässt. Für Sporting bedeutet das: 100 Millionen würden die Tilgung der Corona-Kredite erledigen und noch einen neuen Stadion-Flügel finanzieren. Aber sie würden auch die sportliche Seele des Klops entfernen.

Suárez selbst schweigt. Sein Berater André Cury flüstert nur: „Wir prüfen alles.“ Was heißt: Wir prüfen, ob Luis in Riad bei Al-Nassr mit Cristiano Ronaldo zusammen spielt oder bei Al-Hilal neben Neymar. Was auch heißt: Wir prüfen, ob ein Angriff auf das europäische Triple nächste Saison wichtiger ist als ein Gehaltsscheck, der seine Bankbilanz verdoppelt.

Die stunde der wahrheit für ruben amorim

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Trainer Ruben Amorim hat Suárez zum Herzstück seines 3-4-2-1 gemacht. Ohne den Samario bricht die Automatik weg. Die Räume, die Suárez mit seinen Laufwegen reißt, füllt kein Ersatz. Der portugiesische Meister droht, zur Fußnote der eigenen Geschichte zu werden. Amorim sagt vor Kameras: „Wir planen mit ihm.“ Aber hinter den Kulissen rechnet der Stab schon mit dem Worst Case. Ein Ersatz ist nicht in Sicht. Mehdi Taremi wollte kommen, doch der Iraner unterschrieb gestern bei Mailand.

Die Uhr tickt. Die saudische Transferfenster schließt am 20. Juli. Sporting muss bis dahin Ja oder Nein sagen. Sagt Nein, riskiert der Klub, dass Suárez im Winter für die Hälfte weg ist. Sagt Ja, explodiert die Fanbasis. Die Mitgliederversammlung steht ohnehin an. Varandas will wiedergewählt werden. Ein Verkauf des Publikumslieblings wäre politischer Selbstmord.

Saudi-arabien ist kein rentnerparadies mehr

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Die saudische Pro League hat sich gewandelt. Keine Endstation, sondern Startpunkt für Global-Branding. Suárez bekäme dort nicht nur 15 Millionen Netto pro Saison, sondern auch ein Posten als Botschafter des kolumbianischen Kaffee-Exports. Die Liga zahlt nicht nur Gehälter, sie kauft Influencer. Und Suárez, Sohn eines Bananenbauern aus Sabanalarga, wäre das perfekte Gesicht.

Die Zahle lügt nicht: In den letzten 18 Monaten gaben die Saudis 850 Millionen Euro für europäische Spieler aus. Die TV-Einnahmen stiegen um 312 %. Die Zuschauerzahlen verdoppelten sich. Wer dort jetzt unterschreibt, unterschreibt auf dem aufsteigenden Ast, nicht im Abseits.

Morgen fliegt die Mannschaft ins Trainingslager nach Marbella. Suárez wird an Bord sein. Aber die Koffer nach Riad stehen schon bereit. Sporting-Fans singen noch „Suárez, quédate!“ Doch die Rufe klingen schon wie ein Abschiedslied. Der Klub schuldet der Bank 43 Millionen. Die Saudis legen 100 auf den Tisch. Die Antwort liegt auf dem Tisch. Und sie lautet: Tschüss, Lissabon.