Dfb zwingt frauen-bundesliga in die zweigleisige falle

Der DFB schiebt den heißen Kartoffel-Transfer auf die Vereine zu. Nach dem Scheitern des Joint-Ventures will Generalsekretär Holger Blask nun einen „Grundlagenvertrag“ – und lässt die Klubs über Zukunft und Geld entscheiden.

Die Frist läuft stillschweigend ab. Seit dem 30. Dezember 2025 existiert die Frauen-Bundesliga als eigener Ligaverband (FBL), doch die Professionalisierung steht auf der Kippe. Blask fordert jetzt eine Parallelstruktur à la DFL-Modell, bei der der DFB die Markenrechte behält, die Einnahmen aber teilt. „Der Ball liegt bei den Klubs“, sagt er zum kicker – und meint: Wenn die nicht unterschreiben, droht Stillstand.

Die machtfrage bleibt offen

Die machtfrage bleibt offen

Der Streitpunkt ist alt, die Lösung neu. Ursprünglich wollten DFB und FBL eine gemeinsame Tochtergesellschaft gründen, um TV-Gelder, Sponsoring und internationales Marketing bündeln zu können. Doch die Verhandlungen platzten, weil die FBL sich nicht als bloße „Abteilung“ im DFB-Imperium verstecken wollte. Nun also Plan B: ein Vertrag, der die Liga „überlässt“, aber die Hoheit behält.

Die Rechnung ist schnell gemacht: Ohne DFB-Zustimmung keine Bundesliga-Lizenz, ohne Lizenz keine TV-Einnahmen. Der Frauenfußball soll weiter wachsen, doch das Wachstum bleibt an der DFB-Kasse hängen. Blask verspricht „Planungssicherheit“, liefert aber keine Garantien für Mitbestimmung.

Intern schwappt Widerstand hoch. Mehrere Erstligisten prüfen, ob sie sich der DFL anschließen könnten – ein Schachzug, der den DFB entmachten würde. Die DFL wiederum signalisiert: Bei Frauenfußball sind wir bereit, aber nur auf unseren Terms. Ein Domino, das ersten Verbandswechseln im Herrenbereich folgen könnte.

Die Uhr tickt. Die nächste Saisonplanung beginnt im Juni, die TV-Rechte für 2027/28 werden diesen Herbst ausgeschrieben. Wer bis dahin keine klare Struktur hat, verspielt Millionen. Und die Spielerinnen? Die schauen auf leere Verträge, weil niemand weiß, wer künftig den Zuschlag für ihre Leistungen gibt.

Der DFB präsentiert sich als Dienstleister, lenkt aber den Stecker. Die FBL will Unabhängigkeit, muss aber betteln. Dazwischen: 24 Profiklubs, 312 Spielerinnen und ein Markt, der seit der EM 2025 endlich rollt. Jetzt droht er wieder stecken zu bleiben – zwischen zwei Gleisen, die keiner fertig gebaut hat.