Sampdoria gibt 29 millionen aus und kämpft gegen den abstieg

Die Zahlen lügen nicht, und im italienischen Fußball sind sie gnadenlos ehrlich: Die Serie B hat die aktuellen Gehaltskosten ihrer Klubs veröffentlicht, und das Bild, das sich ergibt, ist so unbequem wie aufschlussreich. Sampdoria gibt 29,4 Millionen Euro für Spieler, Trainer und Sportdirektoren aus, und trotzdem kämpft der Traditionsklub nicht um den Aufstieg in die Serie A, sondern gegen den Absturz in die dritte Liga.

Vier millionen mehr, und trotzdem geht die angst nicht weg

Seit dem Oktober-Update hat Sampdoria seinen Gehaltsblock um rund vier Millionen Euro erhöht, von knapp 26 auf über 29 Millionen. Der Grund ist bekannt: der Wintertransfermarkt. Die Abstiegsangst hat die Verantwortlichen in Genua zu einem massiven Investitionsschub getrieben. Das Ergebnis? Bleibt abzuwarten. Was feststeht: Geld allein kauft keine Sicherheit.

Ligaweit sieht die Bilanz noch dramatischer aus. Alle 20 Klubs zusammen geben inzwischen 323,5 Millionen Euro aus, rund 18,5 Millionen mehr als noch im Herbst. Davon entfallen 4,2 Millionen auf Trainer und deren Stäbe, weitere 2 Millionen auf Sportdirektoren. Der Januarmarkt hat die Kostenstruktur der gesamten Liga verschoben.

Spezia, juve stabia, mantova: alle drehen an der gehaltsspirale

Spezia, juve stabia, mantova: alle drehen an der gehaltsspirale

Hinter Sampdoria folgt Spezia als zweitgrößter Kostentreiber des Winters: plus 2,9 Millionen Euro, von 23,6 auf 26,5 Millionen. Besonders pikant dabei: Allein für Cheftrainer Roberto Donadoni und seinen Stab zahlt der Klub fast zwei Millionen Euro mehr als zuvor. Für Spieler waren es im Januar knapp 800.000 Euro extra. Der Trainer kostet also mehr als der gesamte Kader-Zukauf.

Auch Juve Stabia erhöhte um 2,4 Millionen, davon allein 600.000 für den neuen Sportdirektor. Mantova legte 2,1 Millionen drauf, Frosinone und Venezia jeweils 1,9 Millionen, Bari immerhin 1,7 Millionen. Und dann gibt es noch Catanzaro, den kleinen Musterschüler der Liga: Der Klub hat seinen Gehaltsblock um 1,1 Millionen gesenkt. In einer Welt, in der alle anderen ausgeben, ist das fast schon revolutionär.

Monza, palermo, venezia: die tabelle folgt dem geld

Monza, palermo, venezia: die tabelle folgt dem geld

Der teuerste Kader der Liga gehört Monza mit 33,5 Millionen Euro, knapp vor Palermo mit 30,4 Millionen und Venezia mit 30,3 Millionen. Schaut man auf die Tabelle, stehen genau diese drei Klubs ganz oben. Eine Koinzidenz? Eher eine Gesetzmäßigkeit. Wer mehr zahlt, steht besser da, zumindest meistens.

Am anderen Ende der Skala liegt Pescara. Der Klub kostet die geringste Gehaltssumme der gesamten Liga: gerade einmal 7,1 Millionen Euro. Das ist nicht einmal ein Viertel dessen, was Monza ausgibt. Und doch spielt Pescara weiter mit, irgendwie.

Das eigentliche problem heißt sampdoria

Die bitterste Geschichte dieser Zahlen schreibt aber weder Pescara noch Monza. Sie schreibt Sampdoria. Fast 30 Millionen Euro Gehaltskosten, und der Klub steht näher an der Serie C als an der Serie A. Das ist kein Pech. Das ist ein strukturelles Versagen, das sich in Zahlen messen lässt. Geld kann Probleme überdecken, aber nicht lösen. Genua weiß das gerade sehr gut.