Sammer zieht die reißleine: kehl-rauswurf war alternativlos

Matthias Sammer redet Klartext. Nur 24 Stunden nach dem überraschenden Aus von Sebastian Kehl schmettert der BVB-Berater jede Nostalgie. „Die Trennung war richtig, beide Seiten liefen sich tot“, sagt der 58-Jährige im Sky-Talk. Kehl soll „durchschnaufen“, der Klub darf neu starten – mit Nils-Ole Book, einem Mann, den Sammer als „fantastisch“ bezeichnet und den er selbst nach Dortmund lotschte.

Kehls ende: keine träne, nur erleichterung

Sammer schält die Ereignisse der vergangenen Monate wie eine Zwiebel. „In einem Groβ-Konstrukt wie dem BVB reiben sich viele Köpfe. Irgendwann bleibt nur Rauch“, beschreibt er die internen Spannungen. Die menschliche Komponente habe den Ausschlag gegeben: „Wenn Reibung zum Alltag wird, muss jemand gehen.“ Dass ausgerechnet der langjährige Kapitän Kehl betroffen ist, nimmt Sammer gelassen hin: „Fußball ist kein Ponyhof, sondern ein Hochleistungszirkel.“

Am Montag präsentierte der Vorstand mit Book bereits den Nachfolger. Der 40-Jährige kommt von Zweitligist Elversberg, war nie Bundesliga-Manager, holte aber dafür als Sportlicher Leiter zwei Aufstiege. Sammer lobt die Personalie in höchsten Tönen: „Ich sammelte Daten, sprach mit Spielern, Trainern, Co-Trainern. Dann rief ich Lars Ricken an und sagte: ‚Lars, diese Idee ist nicht gut – die ist fantastisch.‘“

Book wirft den bvb-kosmos um

Book wirft den bvb-kosmos um

Mit dem Externen will der Klub das verkrustete Machtgefüge aufbrechen. Book gilt als Teamplayer, der Analytics liebt und auf kurzen Kommunikationswegen operiert. Fehlende Titel? „Das wird er mit uns nachholen“, prophezeit Sammer und lacht verschmitzt. „Mutige Entscheidungen sind das Salz in der Bundesliga-Suppe.“

Für Kehl bleibt ein versöhnlicher Ausblick: „Er wird eine Top-Position bekommen, dafür stehe ich mit meinem Namen.“ Doch der BVB blickt bereits nach vorn – und Sammer hat das Zepter wieder fest in der Hand.