Roma zittert: gasperinis letzte saison? friedkins verlangen schweigen und arbeit
Die Roma erwacht am Montagmorgen unter Schockstarre. In Trigoria herrscht Bürgerkriegsstimmung, doch die Anweisung der Friedkins ist klar: Runter vom Gas, zusammenraufen, trainieren. Ende Mai wird geschieden – oder nicht.
Gasperini und ranieri: ein verhältnis auf messerschneide
Seit Wochen reden sie nur noch durch E-Mail. Claudio Ranieri, Senior-Berater, und Gian Piero Gasperini, Chefcoach, umgehen sich wie zwei Boxer vor dem letzten Gong. Die Niederlage in Florenz war der Funke, das 2:1 gegen Lecce nur eine kurze Pause im Feuergefecht. Hinter den Kulissen schieben sie Schuld hin und her: zu viele Verletzte, zu wenig Transfer-Kohle, falsche Profile. Die Frage ist nicht mehr, wer Recht hat, sondern wer länger durchhält.
Die Statistik gibt Gasperini recht: 54 Punkte nach 29 Spieltagen – so gut war Roma nur einmal in den letzten acht Jahren, unter Mourinho 2022/23. Doch Zahlen zählen wenig, wenn der Kader auseinanderfällt. Dybala, Dovbyk, Soulé, Ferguson, jetzt auch Koné – fünf Schlüsselfiguren fehlen. Der Trainer wollte im Winter einen fertigen Stürmer, bekam stattdessen Vaz für 20 Millionen. Der junge Portugiese lieferte direkt Tor, Vorlage und Elfmeter – doch das reicht nicht, um Gasperinis Wut zu besänftigen.

54 Punkte, platz fünf – und trotzdem funkstille
Die Bosse sehen das anders. Ghilardi, Pisilli, Vaz – Rohdiamanten, die langfristig das Doppelte einbringen sollen. Der Plan: Champions-League-Einnahmen plus Transferplus. Das Problem: Gasperini will Ergebnisse heute, nicht morgen. Seine Kritik an der Transferpolitik war öffentlich, deutlich, unüberhörbar. Seitdem schweigen die Vorsitzenden. Kein Telefonat, keine WhatsApp, nur das Memo: „Arbeiten.“
Am Ende der Saison – so der Deal – legt jeder seine Karten offen. Gasperini wird ein Treffen fordern, Ranieri und Sportdirektor Massara werden lauschen. Dann entscheidet die Friedkin-Familie: Weitermachen mit dem Coach, der Roma wieder nach Europa führen kann, oder Trennung, weil der Klub sich ökonomisch neu justiert. Die Wahrscheinlichkeit steht 50:50. Gasperinis Vertrag läuft 2026, aber ein Trainer, der sich permanent beschwert, passt nicht in die neue Spar-Rom.
Die Fans pfeifen schon, die Kurve will Titel, nicht Talente. Gasperini will Verstärkungen, nicht Visionen. Und die Friedkins? Die wollen Ruhe. Bis Mai. Dann wird geschossen – oder gestrauchelt.
