Byd plant f1-debüt: horner soll chinesischen elektro-giganten aufbauen
Es ist der Hammer, den selbst die Boxengasse noch nicht auf dem Radar hatte: BYD, weltweit größter Hersteller von E-Autos, treibt die Planung für einen eigenen Formel-1-Teamplatz konkret voran. Stella Li, Vizepräsidentin des chinesischen Konzerns, bestätigte gegenüber Sport Mediaset: „Wir prüfen die Chance, als zwölftes Team einzusteigen – und wir sind nah dran.“
Horner soll das projekt stemmen
Die Besetzung steht längst fest. Christian Horner, der Red-Bull-Chef, der 2025 nach 20 Jahren abrupt ausschied, hat die Kündigungsfrist abgesessen und ist verhandlungsbereit. Insider berichten, dass er in Cannes bei mehreren BYD-Galas aufgetaucht ist, stets an der Seite von Stella Li. Gespräche mit Stefano Domenicali fanden demnach bereits während des Grand Prix von China statt. Horner will nicht nur Teamchef sein – er fordert das gleiche Machtpaket wie in Milton Keynes: CEO-Rechte, Budgetkontrolle, freie Hand beim Aufbau.
Die Rechnung der Chinesen ist simpel. Mit 4,3 Millionen verkauften Elektroautos 2024 haben sie Tesla überholt und brauchen nun eine globale Bühne, um Reichweite und Software zu testen. Die F1 liefert seit 2026 Hybrid-Regeln mit 50 % elektrischer Leistung – ein Labor auf Rädern. „Wir würden Batterie-Chemie, Twin-Motor-Layout und Schnellladungszyklen unter Extrembedingungen validieren“, sagt Li. Die FIA wartet bereits mit einem offiziellen Antragspaket.

Die konkurrenz blockt – aus angst ums geld
Die zehn etablierten Teams reagieren allergisch. Ein zusätzlicher Kandidat bedeutet: 8,3 Prozent weniger TV-Pool, 8,3 Prozent weniger Streckengelder. Mercedes-Boss Toto Wolff ließ durchblicken: „Wir prüfen rechtliche Schritte, sollte die FOM eine zwölfte Lizenz ohne Nachweis strategischen Mehrwerts aussprechen.“ Auch Alpine lehnte ein erstes BYD-Kaufangebot für die 24-Prozent-Beteiligung von Otro Capital ab – der Franzose will lieber mit Andretti kooperieren.
Die FOM wiederum sieht das China-Geschäft. Ein Heim-Team würde die TV-Rechte in Asien um geschätzte 180 Millionen Dollar aufwerten. Mohammed Ben Sulayem, Präsident der FIA, nennt die Lage ehrlich: „Wenn ein chinesischer Hersteller kommt, verdienen alle mehr. Punkt.“
Timeline: Bis September will BYD offiziell beim FIA-Weltmotorrat einreichen. Die Clownsnummer um Andretti hat gezeigt: Ohne klare Business-Case kommt niemand rein. BYD bringt aber mehr als nur Geld – sie bringen Batterien, die zwei Kilometer schneller laden als die Konkurrenz. Und sie bringen Horner, der ein Team schon mal aus dem Nichts zur Dominanz führte.
Die Message ist klar: Die F1 kann sich ein Milliarden-Playground nicht aussuchen, aber sie kann sich aussuchen, wer mitspielt. BYD will, Horner kann, die FIA wartet. Die Frage ist nicht mehr, ob es passiert – sondern wann der erste chinesische Rennwagen die Startampel erblickt.
