Porsche stürzt ab: gewinneinbruch von 93 % zwingt konzern zu radikalem kahlschlag
Was noch vor zwölf Monaten als Tempo-Sensation galt, entpuppt sich nun als Hochgeschwindigkeitsabsturz: Porsche hat 2025 den Betriebsgewinn um 92,7 % einbrechen sehen – auf magere 410 Millionen Euro. 2024 waren es noch 5,6 Milliarden.
Die Zahlen, die am Dienstag in Stuttgart fallen gelassen wurden, lesen sich wie ein Crash-Protokoll. Der Umsatz brach um 9,5 % auf 36,27 Milliarden Euro ein, die Auslieferungen um 10,1 % auf 794.489 Fahrzeuge. Das operative Ergebnis schrumpfte von 14,1 % auf 1,1 % – ein Minus, das selbst erprobte Analysten mit offenem Mund zurücklässt.
Leiters’ antwort: 4.000 stellen weg, benziner wieder rein
Michael Leiters, seit Januar an der Spitze, zieht die Notbremse. „Wir nutzen die Krise als Sprungbrett“, sagt er – und meint damit einen gnadenlosen Sparkurs. 4.000 Jobs sind bereits gestricben, ein zweites Entlassungspaket in Verhandlung. Parallel dazu kehrt Porsche zurück zu seinen Wurzeln: Neue Verbrenner-Modelle sollen die elektrische Offensive entlasten, die unter Marktpreiskämpfen in China und Strafzöllen in den USA leidet.
Die US-Zölle von 15 % allein schlugen 2025 mit 700 Millionen Euro zu Buche, die Restrukturierung kostete sogar 2,4 Milliarden. Das Ergebnis: Die Dividende wird halbiert, auf 1,01 Euro je Vorzugsaktie. Die Anleger reagieren mit einem Minus von 2,1 % im vorbörslichen Handel.
China-debakel und die lektion der elektro-überhastung
Der chinesische Luxusmarkt, einst Goldgrube, ist zum Minenfeld geworden. Lokale E-Hersteller unterbieten Porsche um 20 %, während die Nachfrage nach teuren E-SUVs einbricht. „Value over Volume“ – das Mantra klingt plötzlich wie Selbsttäuschung. Die E-Only-Strategie des alten Managements hatte das Stammgeschäft vernachlässigt; nun sollen neue Benziner die Margen retten, die Elektropalette gleichzeitig aber nicht ausgedünnt werden.
Porsche peilt für 2026 einen Margen-Anstieg auf 5,5 bis 7,5 % bei Umsätzen von 35 bis 36 Milliarden Euro an. Klingt ambitioniert, bleibt aber Makulatur, wenn China weiter abschmiert und die Weltwirtschaft taumelt. Die Liquidität ist laut CFO Lutz Meschke „gesund“ – doch Gesundheit ist relativ, wenn die Gewinne fast vollständig verdampft sind.
Fazit: Porsche muss umschalten von Sprint auf Dauerlauf – und das bei leerem Tank. Die Marke, die einst für unantastbare Rendite stand, ist nun ein Fall für Intensivstation. Sportlich bleibt nur noch die Geschwindigkeit, mit der das Krisenmanagement arbeitet. Ob das reicht, wird sich 2026 zeigen – spätestens.
