Osnabrück: ex-trainer antwerpen verliert prozess – spielmanipulationsvorwurf bleibt!

Ein jäher Rückschlag für Marco Antwerpen: Das Arbeitsgericht Osnabrück hat die Klage des ehemaligen Trainers des VfL Osnabrück und seines Assistenten Frank Döpper abgewiesen. Die fristlose Entlassung wegen des Verdachts der Spielmanipulation im Landespokalfinale wird damit in erster Instanz als rechtmäßig gewertet. Ein Urteil, das die ohnehin schon hitzige Debatte um den Vorfall neu entfacht.

Die beweislage: druck auf den athletiktrainer

Im Zentrum des Prozesses stand der Vorwurf, dass Antwerpen und Döpper versucht hätten, den damals an Blau-Weiß Lohne ausgeliehenen Bernd Riesselmann gezielt dazu bewegen wollen, im Landespokalfinale nicht zu spielen. Konkret wurde Antwerpen vorgeworfen, seinen Athletiktrainer Tim Schütte mehrfach aufgefordert zu haben, Riesselmann einen Verzicht nahezulegen. Schütte bestätigte vor Gericht, dem Druck nachgegeben zu haben und Riesselmann zur Aufgabe aufgefordert zu haben, obwohl dieser sich dagegen gewehrt hatte. „Es war weder mein Wunsch noch meine Entscheidung, ihn dazu aufzufordern“, so Schütte eindrücklich.

Antwerpen und Döpper wiesen diese Darstellung vehement zurück und betonten, keinerlei Einfluss auf die Aufstellung gehabt zu haben. Das Gericht sah jedoch in der Aussage des Athletiktrainers einen entscheidenden Beweis für den Manipulationsversuch.

Dfb-urteil und der unterschied zur arbeitsgerichtsurteils

Dfb-urteil und der unterschied zur arbeitsgerichtsurteils

Interessant ist der Vergleich zu den Urteilen des DFB-Sportgerichts. Dieses hatte Antwerpen und Döpper zunächst für zwölf bzw. drei Monate gesperrt, revidierte die Urteile aber später. Der Vorwurf einer „vorsätzlichen Manipulation“ konnte demnach nicht bewiesen werden. Während das Strafmaß für Döpper gänzlich aufgehoben wurde, wurde Antwerpens Sperre erheblich verkürzt. Warum das DFB-Gericht zu anderen Schlussfolgerungen kam als das Arbeitsgericht in Osnabrück, bleibt ein Rätsel.

Der ausgeliehene Riesselmann, dessen Einsatz Gegenstand der Kontroverse war, erzielte im Finale übrigens das entscheidende Tor zum 4:2-Endstand für Lohne, das sich damit überraschend den Pokalsieg sicherte. Ein ironisches Detail, das die ganze Angelegenheit zusätzlich verkompliziert.

Die Entscheidung des Arbeitsgerichts ist für Antwerpen und Döpper ein herber Schlag. Ob sie Berufung einlegen werden, ist noch offen. Fest steht jedoch, dass der Vorwurf der Spielmanipulation weiterhin an ihnen haftet und ihre Karriere nachhaltig beschädigen könnte. Der VfL Osnabrück, derzeitiger Spitzenreiter der 3. Liga, kann sich nun auf die sportlichen Herausforderungen konzentrieren, während die Debatte um die Integrität des Fußballs weitergeht.