Neuer fußball-präsident muss um staatshilfe kämpfen: italien hinkt hinterher!

Rom – Der nächste Präsident des italienischen Fußballverbands (FIGC) steht vor einer Mammutaufgabe: Er muss die Regierung überzeugen, die Finanzierung des Sports deutlich aufzustocken. Während andere europäische Länder großzügig in ihre Fußballligen investieren, muss Italien dringend aufholen, um international wieder mitzuhalten.

Die wettsteuer als schlüssel zur rettung

Die Situation ist klar: Der italienische fußball braucht frisches Kapital. Und wo findet man dieses Geld? Die Antwort liegt möglicherweise in den florierenden Umsätzen im Bereich Sportwetten. Im Jahr 2024 wurden in Italien satte 22,8 Milliarden Euro bei Sportwetten umgesetzt – davon entfielen allein 16,1 Milliarden auf fußball. Ein Anstieg von beinahe dem Dreißigfachen seit dem Jahr 2000! Die FIGC fordert daher, dass ein Prozent dieser Einnahmen, also rund 160 Millionen Euro, in die Jugendförderung und die Infrastruktur investiert werden.

Vorbild frankreich: 1,8 prozent für den breitensport

Vorbild frankreich: 1,8 prozent für den breitensport

Ein Blick über die Grenzen hinweg zeigt, dass es anders geht. Frankreich beispielsweise hat bereits 2011 ein Modell eingeführt, das auf den Empfehlungen des „Rapport Creutzmann“ des Europäischen Parlaments basiert. Dort wird 1,8 Prozent der Wettumsätze für den Breitensport und den Profifußball verwendet. Die Gelder fließen über die Agence Nationale du Sport (ANS) in die Förderung von Basisprojekten, den Bau von Sportstätten und die medizinische Versorgung der Athleten. Das Ergebnis: Ein lebendiger und vielfältiger Sport.

Portugal setzt auf klare verteilung: 3,5 prozent für liga und verband

Portugal setzt auf klare verteilung: 3,5 prozent für liga und verband

Auch Portugal geht einen eigenen Weg. Seit 2015 gibt es dort eine spezielle Steuer auf Wetten auf Fußballspiele, die zu 3,5 Prozent an den portugiesischen Fußballverband und die Profifußballliga geht. Das bedeutet jährlich rund 40 Millionen Euro, was einem Drittel des Verbandsumsatzes entspricht. Ein Modell, das in Italien auf großes Interesse stößt.

Die türkische lösung: spor toto als brücke zwischen staat und vereinen

Die türkische lösung: spor toto als brücke zwischen staat und vereinen

Ein weiteres interessantes Beispiel ist die Türkei, die 2032 gemeinsam mit Italien die Europameisterschaft austragen wird. Dort verwaltet die staatliche Organisation Spor Toto die Sportwetten und verteilt einen erheblichen Teil ihrer Einnahmen an die Vereine in Form von „Nutzungsrechten“. Je häufiger ein Verein in den Wettpalinsätzen auftaucht, desto mehr Geld erhält er. Eine clevere Lösung, um auch kleinere Vereine zu unterstützen.

Die Forderung ist klar: Italien muss sich anpassen und die Potenziale der Wettsteuer nutzen, um den fußball neu aufzustellen. Es geht nicht um die Gehälter von Topstars, sondern um die notwendige Basis für eine tiefgreifende Reform, die der italienische fußball dringend benötigt. Und die Uhr tickt – die EM 2032 steht vor der Tür!