Marco schwarz trennt sich nach gold-coup von material-guru erlandsson
Ein Sieg, ein Kuss auf die Ski, dann der Cut. Kaum hatte Marco Schwarz in Livigno seine erste Super-G-Krise überstanden und als Sieger die Ziellinie durchbrochen, steht fest: Sein Erfolgsrezept bekommt neue Zutaten. Kim Erlandsson, der Mann, der hinter den sieben WM-Medaillen, der Slalom-Kristallkugel und acht Weltcup-Toren steckt, wechselt innerhalb von Atomic aufs Testteam – und lässt den Kärntner mit Ramon Holzmann zurück.
Warum der wechsel jetzt kommt
Die Trennung ist kein Zerwürfnis, sondern eine logische Konsequenz aus acht Jahren, in denen beide an der Spitze des Skizirkus gearbeitet haben. Erlandsson, zuvor schon bei Mikaela Shiffrin für die Mikro-Strukturen zuständig, sucht neue Herausforderungen jenseits von Wachskoffern und Kantenfeilen. Schwarz bedankte sich auf Instagram mit einer Fotocollage, die jeden gemeinsamen Triumph einfängt: „Viele Höhen und Tiefen haben wir gemeistert – jetzt warten andere Aufgaben auf dich.“
Holzmann ist kein Neuling. Der 34-Jährige war bereits bei den Österreichischen Meisterschaften im Einsatz, als Schwarz sowohl im Super-G als auch im Riesenslalom die nationale Krone holte. Das Duo testete neue Ski-Flexungen, probierte Kantenradien aus, die selbst alte Hasen stutzen lassen. Ergebnis: zwei Titel, null Nennung in der Fehlerliste. Ein Ausblick auf die neue Saison, in der Schwarz’ Material noch eine Schärfe bekommen soll, die zwischen Slalom-Agilität und Speed-Stabilität schwebt.

Was das für atomic bedeutet
Atomic verliert mit Erlandsson keinen Mitarbeiter, aber eine Instanz. Sein Blick für die feinen Unterschiede zwischen Sieg und Top-Ten war legendär. Jetzt fließt dieses Wissen in den Skitest – und damit in die nächste Generation. Wer in Zukunft auf Atomic fährt, profitiert von Daten, die ein Weltmeister generiert hat. Schwarz wiederum bekommt einen Mann an seiner Seite, der sich in der Speed-Disziplin längst einen Namen gemacht hat. Kurz: Der Hersteller tauscht Kompetenz gegen Kompetenz, statt sie zu verschenken.
Die Saison 2024/25 wird zeigen, ob die Chemie zwischen Schwarz und Holzmann so funktioniert wie zwischen einem Rennwagen und seinem Ingenieur. Sollte der Österreicher im nächsten Winter erneut vorne mitmischen, wird die Trennung von Erlandsson als mutiger Schritt in die Zukunft gelten. Scheitert er, werden Experten das Material in Frage stellen – und nicht den Fahrer. Denn im Skisport ist der Servicemann oft der unsichtbare Sieger. Schwarz hat gerade den seinen ausgetauscht. Die Uhr läuft.
