Kühbauer zieht lask aus dem abstiegsstrudel – meistergruppe lebt

Ein 1:5 gegen Salzburg, Platz elf, zwei Siege aus sieben Spielen – der LASK war am Boden. Dann kehrte Dietmar Kühbauer zurück. Seitdem holten die Oberösterreicher 25 Punkte aus neun Partien und schoben sich auf Rang drei. Die Meistergruppe ist kein Traum mehr, sondern Plan.

Sacramento war nur eine episode

Die Horrorbilanz des Portugiesen: 0,86 Punkte pro Spiel, verschossene Chancen, ein mysteriöser Disziplinarfall. Die Entlassung war keine Frage des „ob“, sondern des „wann“. Co-Trainer Maximilian Ritscher übernahm kurz, dann kam der Mann, der schon 2019 die schwarz-weiße Seele verstanden hatte.

Kühbauer verordnete keine Revolution, sondern Erinnerung. Mehr Ballbesitz, sofortiges Gegenpressing, Horvath als Kapitän auf der Acht. Das Team lief wieder, statt zu laufen. Usor traf achtmal, Adeniran blühte zur Sturmsäule auf, Jungwirth hielt mit 82 % gehaltener Bälle die Defensive zusammen. Die Zahlen sind laut, die Wirkung lauter.

Adeniran ist der geheime turbo

Adeniran ist der geheime turbo

Seine neun Torbeteiligungen sagen weniger als seine Laufwege: 32,8 km/h Spitze, 62 % gewonnene Zweikämpfe in der gegnerischen Hälfte. Gegen den WAC traf er nach 36 Minuten, gegen Salzburg bereitete er das 1:1 vor. Der US-Boy mit Wiener Schnitzel-Ausweis ist kein Joker mehr, sondern Startelf-Garant im Titelrennen.

Die Konkurrenz um Bello, Usor und Goiginger schläft nicht. Kühbauer nutzt sie trotzdem, rotiert klug, schont nach Europa-League-Nächten. Sein Credo: „Wir reiten nicht ponys, wir reiten Gegner nieder.“ Das sagte er nach dem Salzburg-Debakel – und meinte damit, dass er an der Philosophie festhält, die den LASK vor zwei Jahren Vorjahres Vizemeister machte.

Die meistergruppe beginnt jetzt

Die meistergruppe beginnt jetzt

Platz drei bedeutet nichts, wenn man ihn nicht verteidigt. Die Auswärtsspiele in St. Pölten und Graz werden zum Gradmesser. Gewinnt der LASK beide, liegt er vor der Trennung nur noch zwei Zähler hinter Salzburg. Die Ausgangslage ist besser als 2021, als man sich nach der Hinrunde selbst abgeschrieben hatte.

Die Fans spüren’s. 14.500 Karten gegen Salzburg weg, 12.000 gegen den WAC – Ausverkauf trotz Dienstagabend. Das Stadion wird zur Festung, Kühbauer zum Feldmarschall. Sein Vertrag läuft 2027, die Mannschaft ist jung, der Etat stabil. Die Zeit arbeitet für Linz, nicht gegen sie.

Am Ende zählt nur die Tabelle. Und die sagt: Der LASK ist zurück im Rennen. Wer nach dem Fehlstart noch aufgeben wollte, schaute in die falsche Richtung. Der Blick gehört nach vorn – Richtung Meisterschale. Die Reise beginnt am Samstag in der NV-Arena. Alles andere wäre Ponyreiten.