Isak jansson versinkt in nizza: rapid-superstar wird zum 10-mio-flop
10 Millionen Euro kostete er, ein Schwede mit Turbo-Dribbling und Torgarantie. Heute, sieben Monate später, zählt Isak Jansson 23 Liga-Einsätze, ein einziges Tor – und eine Knieverletzung, die ihn auf die Tribüne befördert. OGC Nizza kaufte sich beim ehemaligen Rapid-Publikumsliebling Hoffnung, kassiert aber ein Déjà-vu der teuren Sorte.
Der plan war klar, das timing perfekt – das ergebnis ein debakel
Florian Maurice, Sportdirektor des französischen Erstligisten, schwärmte noch im Juli von einer „Investition, die wir unbedingt tätigen wollten“. Nizza hatte gerade Vierter der Ligue 1 gespielt, das Budget war da, das Ziel Europa. Jansson sollte mit seiner explosive Außenbahn die Lücke füllen, die Amine Gouiri hinterlassen hatte. Stattdessen rutschte der Klub auf Platz 15 ab, nur fünf Punkte trennen ihn vom Relegationsplatz. Die Tordifferenz: 21:30. Janssons Anteil an den Treffern: ein Penalty gegen Auxerre.
Was schiefging? Erst die Umstellung auf ein 4-4-2, in dem Jansson als reiner Flügelspieler defensivere Laufarbeit verlangt bekam, als ihm lieb ist. Dann der Sturz in ein taktisches Niemandsland: zwölf Mal durfte er nur ein paar Minuten ran, viermal fehlte er komplett im Kader. Die Knieverletzung gegen Lyon war nur die logische Eskalation eines Körpers, der seit Wochen überlastet ist. „Er trainierte mit Schmerzen, wollte unbedingt liefern“, sagt ein Staff-Mitglied aus dem Trainingszentrum der Allianz Riviera. Die Folge: Innenbanddehnung, Ausfall offen.

Rapid kassiert, nissa zahlt – und keiner jubelt
Für Rapid Wien war der Verkauf ein Rekord, doch die 10 Millionen Euro wirken auf einmal wie ein Trostpflaster. Janssons Marktwert sank laut Transfermarkt.de bereits auf 5,5 Mio. Euro. Die Hälfte. In Wien weiß man, wie schnell sich ein Talent verabschieden kann, wenn Umgebung, System und Selbstvertrauen nicht synchron laufen. „Wir haben Isak nie als fertigen Superstar gesehen, sondern als Rohdiamant mit riesigem Potenzial“, sagt Sportchef Marcel Ketelaer im Exklusivgespräch. „Aber Diamanten brauchen richtiges Licht, sonst werden sie schmutzig.“
Nizza steht vor der Trümmer-Restauration. Trainer Didier Digard ist laut L’Equipe nur noch zwei Spiele entlassungssicher. Die nächsten Gegner: Lille und Brest, beide oben dran. Sollte Jansson nach seiner Reha zurückkehren, erwartet ihn ein Team, das in Schockstarre vor dem eigenen Strafraum agiert. Der Druck kommt nicht nur von den Rängen, sondern auch aus der Kabine: Kapitän Dante fordigte in der letzten internen Besprechung „sofortige Ergebnisse, egal wer auf dem Feld steht“.
Die Saison ist noch nicht verloren, die Europa-Träume aber schon. Für Jansson bleibt ein kleines Zeitfenster: Mai und Juni, wenn die letzten neun Partien anstehen und die Knie wieder mitspielt. Bis dahin tickt nicht nur die Uhr in Nizza, sondern auch die an der Donau. Rapid plant mit möglichen Rückkauf-Klauseln, die ab 2025 greifen. Der Preis: 6 Millionen Euro plus Leistungsboni. Eine Zahl, die sich bei der aktuellen Leistungskurve wie ein schlechter Witz liest.
Fakt ist: Der 24-Jährige muss sich neu erfinden, weg vom Dribbelkünstler, hin zum kompletten Flügelspieler. Tut er es nicht, landet er beim nächsten Sommertransfermarkt im Katalog der kostspieligen Leihgaben. Und Nizza? Die Ligue-1-Krise könnte sich zur Abstiegsfalle entwickeln. Wer 10 Millionen für Hoffnung zahlt, darf nicht schlafen – schon gar nicht, wenn das Knie des Hoffnungsträgers selbst einschläft.
