Inter-transfercoup: wie ausilio mit fantasie und mut die nerazzurri formt
Parma – Piero Ausilio, der Sportdirektor des amtierenden italienischen Meisters Inter Mailand, hat auf dem dritten Festival der Serie A in Parma einen faszinierenden Einblick in seine Transferstrategie gewährt. Dabei offenbarte er, dass die Italiener im Geschäft mit Spielern eine besondere Gabe besitzen: die Fähigkeit, mit Kreativität und unorthodoxen Plänen Akteure zu gewinnen, die anderswo kaum auf der Rechnung stehen.

Die kunst des transfers: mehr als nur geld
Neben Ausilio sprach auch Ariedo Braida, eine Legende im italienischen Fussball, über die goldenen Zeiten des AC Mailand und die Bedeutung von Intuition und Weitblick im Transfergeschäft. Der Fokus lag auf der Frage, wie man eine Mannschaft aufbaut, die in der Lage ist, die Meisterschaft zu gewinnen – ein Thema, das angesichts des Erfolgs der Nerazzurri brandaktuell ist.
Ausilio, der seine Karriere im Jugendbereich von Inter begann, betonte die Bedeutung von Beziehungen und dem Talent, junge Spieler zu fördern. „Ich habe früh aufgehört zu spielen, weil ich mich verletzt hatte, aber ich wollte unbedingt in diesem Sport bleiben“, erklärte er. „Braida war für mich immer eine wichtige Bezugsperson. Ich begann als Sekretär im Jugendbereich und arbeitete mich hoch zum Sportdirektor.“
Ein entscheidender Faktor für den Erfolg von Inter war die Verpflichtung von Cristian Chivu, einem jungen Spieler vom Parma, der in der Serie A noch wenig Erfahrung hatte. „Das war eine mutige Entscheidung, aber wir waren alle davon überzeugt“, sagte Ausilio. „Chivu hatte Qualitäten, die ihn für uns zu dem idealen Kandidaten machten, besonders in einer Phase der moralischen Erholung nach der Enttäuschung im Champions-League-Finale.“
Der Thuram-Deal: Ein Beispiel italienischer Fantasie
Besonders eindrücklich schilderte Ausilio die Verpflichtung von Marcos Thuram. „Wir Italiener haben im Transfergeschäft etwas Besonderes: unsere Fantasie und unsere Strategien“, erklärte er. „Thuram wurde dem AC Mailand vor zwei Jahren ‚abgeschnappt‘, weil wir überzeugt waren, dass er als Mittelstürmer in unserem 3-5-2-System funktionieren kann. Ich sprach mit seinem Vater, Lilian, erklärte ihm unser Projekt und er gab uns sein Okay. Leider verletzte sich Thuram dann am Knie, und sein Wechsel musste verschoben werden. Aber wir haben ihn ablösefrei bekommen.“
Auch die Verpflichtung von Lautaro Martínez war ein Meisterstück. „Ich bin während des Spiels gegen Crotone geflogen, obwohl er sich bereits dem Atletico Madrid zugesagt hatte. Mit der Hilfe von Milito, der beim Racing Club aktiv war, gelang es uns, Lautaro davon zu überzeugen, nach Mailand zu kommen. Als er an diesem Tag drei Tore schoss, änderte sich alles – auch der Preis.“
Ausilio betonte zudem die Bedeutung, jungen Spielern eine Chance zu geben. „Wir müssen den jungen Spielern mehr vertrauen“, sagte er. „Pio Esposito hat gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, und wir werden diesen Weg fortsetzen. Inter versteckt sich nicht, wir müssen immer auf den Titel spielen.“
Ariedo Braida, der einst als Sportdirektor beim AC Mailand arbeitete, erinnerte an die Verpflichtung von Arrigo Sacchi als Trainer. „Sacchi war kurz davor, bei der Fiorentina zu unterschreiben, aber ich habe ihn zurückgeholt und zu Berlusconi gebracht – und so wurde er der Trainer des AC Mailand.“ Er erzählte auch, wie er Kaká heimlich verpflichtete, indem er Adriano Galliani vorgaukelte, Inter sei an dem Spieler interessiert.
„Ein Sportdirektor muss Talent haben, wie ein Fussballspieler“, schloss Braida. „Heute dominiert die Technologie das Geschäft, aber die Technologie macht einen nicht glücklich.“
Die Worte von Ausilio und Braida unterstreichen, dass im Fussballgeschäft mehr als nur Geld eine Rolle spielt. Kreativität, Mut und ein gutes Gespür für Talente sind entscheidend, um erfolgreich zu sein. Und genau das scheint Inter Mailand unter der Leitung von Piero Ausilio zu verkörpern.
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