Hoeneß zündelt gegen nagelsmann: neuer-debakel, undav-diss und die kontinuitäts-lüge
Uli Hoeneß hat den Spielplan von Bundestrainer Julian Nagelsmann in einem einzigen Satz zerfetzt: „Ich will kein Nagelsmann-Bashing machen“, sagt er – und liefert genau das. In der Podcast-Runde mit Markus Söder poltert der Bayern-Patron über den Umgang mit Manuel Neuer, die öffentliche Demontage von Deniz Undav und eine Nationalmannschaft, die „noch nicht mal ein Team“ sei.
Neuer, baumann, nübel – die verpatzte dreierlei
Hoeneß’ Kernvorwurf: Nagelsmann habe sich von der Medienmeute treiben lassen. „Ein Bundestrainer sagt: Wir spielen jetzt mit Baumann oder Nübel und gucken, wie sich das entwickelt. Den Manuel hätte man vier Wochen vor der WM noch nominieren können, und er wäre aufgetreten wie im Mai 2021.“ Stattdessen zog der Coach die Personalie durch den Kakao, erzeugte Unruhe, wo Ruhe gefragt war. Für Hoeneß ein Paradebeispiel für „Gerede, das die Mannschaft auseinanderreißt“.
Die Summe der öffentlichen Statements des Trainers nennt er „ein permanenter Strom an Futter für die Medien“. Er nennt kein einziges Beispiel, das ihn stört – er nennt drei. Undav, Neuer, die ständigen Test-Neulinge. „Wenn du jeden Monat zwei neue Gesichter einfliegst, fehlt der Kern. Das ist kein Kader, das ist ein Dauerlauf.“

Kompany als schatten – die bayern-intern-vorgabe
Hoeneß spielt das Lieblingsspiel der Münchener Führung: den internen Vergleich. „Vincent Kompany wirst du nie, nie hören, wie er über einen Spieler lästert, selbst wenn er ihn nicht mehr will.“ Der Vorstand empfiehlt Nagelsmann den Kurs der Schweigsamkeit. „Lös deine Probleme intern. Die Medien sollen wieder recherchieren, nicht nur abkupfern.“
Dabei bleibt der 74-Jährige keineswegs in der Trainerfrage stehen. Sein Blick schweift zum DFB-Apparat, zur Politik, zum Trump-Boykott. „Wenn wir anfangen, Turniere nach Gusto von Regierungen zu streichen, können wir die WM auch in Bayern abhalten – solange kein CSU-Parteitag stattfindet.“ Sarkasmus, mit dem er die Forderung nach Trennung von Sport und Politik untermauert.

Kimmich plus pavlovic – hoeneß’ not-elf für die wm
Zurück auf dem Platz skizziert er sein Wunsch-Mittelfeld: Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlovic. „Die beiden kennen sich, sie spielen dieselbe Sprache. Wenn du vor dem ersten Gruppenspiel noch experimentierst, verschenkst du Trainingseinheiten.“ Die Gruppe mit Portugal, Kroatien und Dänemark? „Nicht so schwer, dass man sich vorher verzetteln muss.“
Seine Prognose klingt wie ein ehemaliger Manager, der die Bilanz vor Augen hat: „Erreiche das Viertelfinale, und alles steht offen. Aber dafür braucht es eine Startelf, die sich gegenseitig blind vertraut – und nicht elf Einzelkämpfer, die erst im Achtelfinale merken, dass sie ein Team sind.“
Hoeneß’ Fazit ist ein gezielter Stachel zwischen die Rippen des Bundestrainers: „Wenn Julian jetzt sagt ‚Das ist meine Mannschaft‘, können wir lange reden. Solange er aber jeden Monat neue Protagonisten sucht, wird daraus nie ein Plot.“ Die Uhr tickt. Noch 231 Tage bis zur WM-Eröffnung in Mexiko. Und Uli Hoeneß hat schon mal den Countdown gestartet.
