Heiner brand: verständnis für gislasons reaktion, aber auch kritik an experten
Heiner brand äußert sich zur em-kritik an alfred gislason
Nach dem enttäuschenden EM-Finale und der gewonnenen Silbermedaille hat sich Ex-Bundestrainer Heiner Brand nun zu der Kritik an Bundestrainer Alfred Gislason geäußert. Er zeigt Verständnis für die Reaktion des Isländers, sieht aber auch Raum für die Kritik der ehemaligen Nationalspieler.
Gislasons reaktion auf expertenkritik
Alfred Gislason hatte nach dem Turnier seine Kritik an ehemaligen Nationalspielern wie Stefan Kretzschmar, Pascal Hens und Michael Kraus geäußert, die ihn im Podcast „Harzblut“ für die Vorrunden-Niederlage gegen Serbien verantwortlich gemacht hatten. Er bezeichnete sie als „Selbstdarsteller“. Heiner Brand kann diesen Unmut nachvollziehen. „Sie haben deutliche Kritik nach einem Spiel angebracht, das sicherlich auch Anlass dazu gab“, so Brand im Gespräch mit SPORT1.

Die rolle der experten
Brand betont, dass es zur Aufgabe eines Experten gehört, seine Meinung zu äußern, gerade bei einem solchen Turnier. Allerdings weist er darauf hin, dass es einen Unterschied zwischen der Beobachtung des Spiels und der Entscheidungsfindung in der Hitze des Gefechts gibt. „Alfred hat recht, wenn er sagt, dass sie noch nie Entscheidungen treffen mussten. Es ist etwas anderes, das Spiel zu beobachten oder dazustehen und Entscheidungen treffen zu müssen.“
Deeskalation ist wichtig
Heiner Brand plädiert für eine Deeskalation der Situation. „Man sollte das jetzt nicht eskalieren lassen – von keiner Seite – und sich stattdessen über den Erfolg der deutschen Mannschaft freuen. Es ist wichtig, nicht noch ein neues Fass aufzumachen und darüber zu diskutieren, wer schuld ist und wer nicht.“ Er erinnert daran, dass ähnliche Situationen auch in seiner Zeit als Bundestrainer vorkamen.
Timing der reaktion
Brand findet es logisch, dass Gislason erst nach dem Turnier auf die Kritik reagiert hat. „Er hat das sicher auch im Turniergeschehen wahrgenommen, sich aber nach außen nicht damit beschäftigt. Dafür hatte er auch einfach keine Zeit.“ Er selbst hat ähnliche Erfahrungen gemacht, als sich Bundesliga-Trainer nach schlechten Spielen über die Medien äußerten.
Die gratwanderung für experten
Heiner Brand erläutert die schwierige Position von Experten. „Es ist die Frage, ob ich eine Entscheidung des Trainers kritisiere oder mich nur auf das Spiel beziehe und sage, was mir nicht gefallen hat.“ Er gesteht, dass er in seiner Zeit als Experte stets versucht hat, sich bei der Bewertung der Trainerarbeit zurückzuhalten und sich auf die Leistung der Mannschaft zu konzentrieren.
Blick auf die heim-wm 2027
Trotz des Silbermedaillengewinns mahnt Heiner Brand zur
Demut. „Wir sollten nicht sagen: ‚Wir sind die klare Nummer zwei hinter Dänemark.‘ Das muss erst einmal bestätigt werden.“ Dennoch blickt er optimistisch auf die Heim-WM im kommenden Jahr. „Die Möglichkeiten sind sicherlich da, wenn man auf die einzelnen deutschen Spieler blickt. Sie werden sich sicher noch steigern können und auch müssen.“Die leistung bei der em
Brand lobt die Entwicklung der Mannschaft im Turnierverlauf. „Wir haben uns vor allem gegen Frankreich und Kroatien gesteigert und waren da auch spielerisch die bessere Mannschaft.“ Er erinnert aber auch daran, die Spiele in der Vorrunde und zu Beginn der Hauptrunde nicht zu vergessen, in denen Andreas Wolff entscheidend war.
