Hanning schlägt wieder zu: italiens mittelblock-spezialist savini verstärkt potsdams aufstiegsplan

Der 1. VfL Potsdam schottet sich mit italienischem Blut ab. Giacomo Savini unterschreibt bis 2028, Bob Hanning holt sich damit den vierten Azurri-Kernspieler in seine Revolutionsmaschine.

Warum savini mehr ist als nur ein neuer linker rückraum

27 Jahre, 1,96 Meter, zweimal Champions-League-Runde mit Cassano Magnago – und jetzt Zweitliga-Handball an der Havel. Für Hanning kein Widerspruch, sondern Logik. „Er verbindet Abwehrstabilität mit Tempo im Umschaltmoment, genau die Lücke, die wir im Pokal gegen Kiel noch offen hatten“, sagt der Sportdirektor, der nebenbei Italiens Nationalteam coacht. Savini kennt das System, weil er es seit zwei Jahren auf jeder Einheit lebt.

Die Zahl, die Potsdam erhellt: 38 Prozent seiner Treffer im letzten Serien-A-Jahr fielen im ersten Schritt nach Ballgewinn. Kein anderer linker Rückraum der Serie A lag bei mehr Kontereffizienz. Genau diese Schnelligkeit will Hanning in die 2. Liga injizieren, um Aufstiegsgegner wie Frisch Auf Göppingen in offenen Rennen zu überrunden.

Savini selbst redet nicht vom Sprung in die Bundesliga. Er redet von Freundschaft. „Michele Bozzolini und Luca Di Maggio haben mir die Trainingspläne geschickt, bevor ich unterschrieb. Wir kennen uns aus U18-Zeiten, jetzt treffen wir uns wieder in der Kabine – auf Deutsch, mit Potsdamer Akzent.“ Das sei, so der Italiener, „mehr Heimat als ein Hotelzimmer in Varese“.

Der deal, der hinter dem deal steckt

Der deal, der hinter dem deal steckt

Hanning sichert sich nicht nur einen Spieler, er sichert sich Optionsrechte. Vertrag klar: Steigt Potsdam auf, verlängert sich die Liaison automatisch um ein Jahr – bei einem Gehaltssprung, der laut Insidern auf 220.000 Euro brutto klettert. Zahlt sich also aus, wenn Savini seine 6,8 Abwehr-Tackles pro Partie auch in Nordhausen und Eisenach bringt.

Der Klub gibt sich gelassen. Sponsoring-Einnahmen stiegen laut Geschäftsbericht 2025 um 14 Prozent, genug, um Gehaltskappen zu lockern. Dazu kommt: Mit jedem italienischen Nationalspieler wächst das Medieninteresse in Südtirol. Sky Italia plant bereits eine Dokumentation – Drehort: Sportforum an der Pirschheide. Imagegewinn statt Marketingkosten, das ist Hanning-Speak für Transferwin-win.

Savini landet am Montag. Keine Pressekonferenz, kein Instagram-Livestream. Stattdessen: direkt in die Halle, absolvieren, was Trainer Maik Heppner „Stress-Sprint-Test“ nennt. Fünf Minuten Druck, dann Schweißanalyse. Erst wenn die Laktatwerte stimmt, zieht er das Potsdam-Trikot über – in Blau-Weiß, mit italienischem Herzschlag darunter.