Jasmine flury beendet weltcup-saison: comeback war ein kampf gegen sich selbst
Jasmine Flury hat ihre erste Weltcup-Saison nach der Knieverletzung beendet – und das war kein sanftes Wiedersehen mit der Piste, sondern ein Boxkampf auf 3.000 Metern. Die Speed-Queen aus Davos postete ein Foto, das mehr sagt als jedes Resultat: Schnee unter den Fingernägeln, Tränen im Gesicht, Stolz in den Augen.
Die saison, die sie „herausforderndste meiner karriere“ nennt
Flury spricht nicht in Schlagzeilen, sondern in ehrigen Sätzen. „Sowohl mental als auch körperlich hat mir das Comeback alles abverlangt“, schreibt sie auf Instagram. Dahinter steckt ein halbes Jahr voller Morgen, in denen das Knie schmerzte, der Blick in die Spiegelung der Skipiste zweifelte und die Uhrzeit 5:30 Uhr war, bevor die Sonne über dem Parsenn aufging.
Die Zahlen sind nüchtern: Kein Podest, keine Top-Ten-Platzierung, dafür zwölf Rennen, in denen sie an manchen Tagen nur mit Zahnpasta und Willenskraft fuhr. Die Konstanz, die sie einst auszeichnete, blieb auf der Strecke. Stattdessen holte sie sich aus „How to Get Away with Murder“ Inspiration, wie man Punkte klaut – und aus jedem Training, wie man sich selbst wieder aufrichtet.

Blick nach vorne: „ich bin stolz auf meinen weg“
Doch Flury will nicht Mitleid, sie will Weiterkommen. „Ich habe viele Lehren gezogen und sehe positive Anzeichen für die kommenden Aufgaben“, betont die 32-Jährige. Das klingt nach Standard-PR, ist aber der Satz einer Frau, die weiß, dass der nächste Winter schon vor der Tür steht und die Sponsoren fragen: Schafft sie es wieder in die Top 15? Die Antwort steht noch in den Startblöcken.
Jetzt kommt die Phase der Regeneration, der Analyse, der leisen Tage. Flury dankt ihrem Team, ihrer Familie, ihren Sponsoren – und damit jenem Netz, das sie einmal auffing, als das Knie zerbarst. Ohne diese Leute, so schreibt sie, „wäre dieser Weg nicht möglich gewesen“. Ein Satz, der klingt wie ein Abschied, aber keiner ist.
Die Saison ist vorbei, nicht aber der Ehrgeiz. Jasmine Flury wird wieder angreifen – mit ganzem Herzen, wie sie sagt, und mit dem Wissen, dass das nächste Comeback schon jetzt in ihren Knien schlummert. Die Piste wartet. Und sie wird wieder fahren, sobald der Schnee fällt.
