Goretzka schlägt zurück: nagelsmanns wort ist kein freifahrtschein
Leon Goretzka lacht nicht. Als Julian Nagelsmann ihm per kicker ein WM-Ticket in Aussicht stellt, nimmt der Bayern-Reservist das nicht als Geschenk. „Das ist keine Garantie, sondern ein Feuerzeug unter meinem Hintern“, sagt er nach dem 4:1 gegen Gladbach. Der 31-Jährige will sich den Stammplatz in den USA, Mexiko und Kanada erarbeiten – nicht geschenkt bekommen.
Warum nagelsmann trotz bankplatz auf goretzka setzt
Die Antwort steckt in der WM-Quali. Sechs Einsätze, fünfmal von Anfang an, dazu Bälle gewonnen wie ein Boxer Runden. Nagelsmann schätzt die Robustheit, die man in Nordamerika braucht. Goretzka kennt das System, spricht die Sprache des Trainers, liefert Selbstlosigkeit. „Er weiß, dass ich bereitstehe, wenn der Gegner die Beine schwerer werden lässt“, sagt Goretzka.
Die persönliche Chemie reicht bis in die Bayern-Zeit zurück. Als Nagelska 2024 Goretzka für die Heim-EM streichte, schwieg der Mittelfeldmann nicht. „Wir haben das Problem zusammen ausgeräumt“, sagt er. „Ein Stück weit bin ich stolz darauf.“ Das klingt nach Handschlag statt Hass.

Ende juli ist schluss in münchen – dann wird’s heiß
Vertrag abgelaufen, Koffer offen. Atlético Madrid schickt Scout-Notizen, Italiens Klubs schauen neugierig. Goretzka will raus aus der Komfortzone. „Eine neue Liga reizt mich“, sagt er. „Ich bin 31, nicht 61.“ Die Entscheidung liegt noch in den Sternen, doch wer ihn kennt, weiß: Goretzka wird nicht warten, bis andere für ihn wählen.
Erst aber lockt die WM. Und wenn er in der Nacht vom 7. Juli in Dallas einlaufen wird, dann nicht als Statist, sondern als Nagelsmanns Geheimwaffe gegen müde Gegner. Goretzka hat sich selbst verpflichtet, nicht den Bundestrainer. „Ich schulde dem Team Tore, nicht Dankesreden“, sagt er. Dafür trainiert er seit Wochen länger als die Anderen. Die Uhr tickt. Die WM rückt näher. Und Goretzka will liefern – statt sich bedanken.
